Ray EditorialHeute erhielt ich einen Leserbrief mit der Überschrift: Griechenland – die verflixte 13. „Ihr Nachschlag-Kapitel vom 5. Mai 2010", schrieb Herbert M., „ist tagesaktuell.
Gerade sehe ich auf Phoenix die Griechenlanddebatte. Es ist tatsächlich so, als hätte es die letzten 13 Monate nicht gegeben."

Ich habe daraufhin nochmal nachgelesen.
(Bedingungsloses Grundeinkommen * Jobs on Demand)
Aber machen Sie sich selbst ein Bild:

Nachschlag

● Griechenland

● Wirtschaft zum Mitdenken

Es gibt immer einen Grund für ein zusätzliches Kapitel. Ganz aktuell ist das Europa mit dem Pleitestaat Griechenland. Ein wirklich gutes schlechtes Beispiel, wie man es eindrucksvoller nicht hätte erfinden können. Und damit eine Chance zum Mitdenken.

Griechenland hat mehr als 130 Milliarden Euro Staatsschulden. Es ist also an der EU, hier hilfreich einzugreifen. Nur was hilfreich sein sollte, wird nicht weiterhelfen. Weder Griechenland noch der EU.

Es gibt Darlehen der EU-Mitglieder, die an den Zwang eines extremen Sparkurses gebunden sind. Im Klartext: Weniger Ausgaben. Noch deutlicher: Löhne und Gehälter runter, Steuern rauf.

Den Beamten und Angestellten von Land und Kommunen sollen die Gehälter gekürzt, und das 13. und 14. Monatsgehalt gestrichen werden. Zum „Ausgleich" soll die Mehrwertsteuer erhöht werden. Aktuell steht ein MwSt.-Satz von 25% im Raum, nach bislang 19%.

Zum Mitrechnen: Wenn ein Staatsangestellter bisher 14 Monatsgehälter von z.B. durchschnittlich 1.200 Euro erhalten hat, 16.800 im Jahr, muss er künftig mit 14.400 zurechtkommen. Das sind stolze 200 Euro weniger im Monat. Die Einkaufskraft in einem Bezirk mit tausend Staatsdienern sinkt um 200.000 Euro im Monat.

Lassen wir diese Tausend Staatsdiener monatlich Brutto 500 Euro für Dinge ausgeben, die 19% MwSt. beinhalten. Dann sind das Nettoausgaben von 420.168 Euro monatlich. Nach einer MwSt.-Erhöhung auf 25% reduziert sich die Nettokaufkraft auf 400.000 Euro.

Gehaltverlust und Mehrwertsteuer reduzieren die Kaufkraft dieser 1.000 Staatsdiener monatlich um 220.168 Euro. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass etwa 3 Millionen Griechen Arbeitsverträge haben, die für Ostern und Urlaub ein 13. Monatsgehalt und für Weihnachten ein 14. Monatsgehalt vorsehen, dann steigert sich der monatliche Kaufkraftverlust auf etwa 400 Millionen. Dabei haben wir das Durchschnittseinkommen willkürlich um etwa ein Drittel gekürzt.

Man braucht nicht viel Wirtschaftswissen, um daraus abzuleiten, dass viele Arbeitgeber mangels Kaufkraft der Bevölkerung in existenzielle Schwierigkeiten kommen werden. Das wirkt sich natürlich auf die Arbeitsplätze und die Lohnstruktur aus. Wo keine Kaufkraft vorhanden ist, kann es kein Wirtschaftswachstum geben.

Wer nach einem Beispiel sucht, was passiert, wenn man Kaufkraft aus der Fläche zieht, wird in den Neuen Bundesländern, der ehemaligen DDR, fündig. Firmenpleiten. Abwanderung. Arbeitslosenquoten um die 20%.

Daraus resultierend: Weniger Kinder. Wohnungsleerstände. Rückbau (Abbruch) von ganzen Straßenzeilen und Stadtvierteln. Weiterer Kaufkraftverlust. (Endlosschleife – zurück zum letzten Absatz.)

Ich überlasse es Ihnen, liebe Leser, über eine bessere Lösung nachzudenken...

...der Prolog auf Seite 7 kann Ihnen notfalls behilflich sein.

Christopher Ray * 5. Mai 2010

 

Sie dürfen jetzt weitermachen

Ihr

Christopher Ray

 

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LeseTipps:
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