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Im Test: E-Zigarette

FriedbertWpabloBoehmKeine Sorge, lieber Leser, ich musste auch im Wörterbuch nachsehen, obwohl mir die Literatur viel näher liegt als das Videospiel. Ein Troglodyt ist ein Höhlenbewohner, ein Steinzeitmensch. So nennen mich meine Kinder.

Ich bin nämlich völlig ungeeignet für das moderne Leben. Unlängst versuchte ich mehrere Tage lang, meiner Frau (Frauen sind ja technisch unbegabt) die Bedienung eines Taschenschirms zu erklären. Sie hatte ihn auf- aber nicht mehr zubekommen. Ich drehte, klopfte, drückte, verschob – vergeblich. Geringer Trost nur war, dass auch unser Sohn – ein Ingenieur – 5 Minuten benötigte, um den Mechanismus zu enträtseln.

Dabei ist ein Taschenschirm selbst schon ein Fossil der Instrumentenwelt. Dingen wie einem DVD-Player (den deutschen Namen, falls er einen hat, kenne ich nicht) bin ich noch hoffnungsloser unterlegen. Ich weiß nur, dass er einer von mehreren hellgrauen Kästen mit dunkelgrauer Beschriftung ist, die mittels unzähliger Kabel mit meinem Fernseher verbunden sind.

Was ich mit der Zeit gelernt habe ist, dass der DVD-Player die Filme von einer runden Scheibe absaugt, im Unterschied zu einem anderen der Kästen, dem Kassettenrekorder, der dies mit einem Band macht. Auch bin ich schon einigermaßen sicher darin geworden, die Scheibe mit der richtigen Seite nach unten in den Player einzusetzen. Nie werde ich jedoch lernen, welche der jeweils zwei Dutzend Tasten der vier Fernbediener zu drücken sind (Fernseher, Player, Recorder, Adapter), die um das Unterhaltungsensemble herumliegen. Schlimmstenfalls lege ich dann halt eine Platte auf meinen alten Winco.

In meiner Bank bin ich ein Paria. Nicht wegen schlechter Kontoführung, Gott bewahre! Nein, das mitleidige Entsetzen der Beamten ist in meiner strikten Weigerung begründet, eine Kreditkarte (na ja, eher Abhebungskarte, heutzutage) zu besitzen. Ich bin einfach zu faul, ständig irgendwelche Abhebungs- und Zahlbelege zu sammeln, um das Kartenkonto am Monatsende abzustimmen. Und zu feige, das Risiko zu laufen, dass mich jemand mit der Pistole zum Automaten schleppt, um mit der Karte mein Konto zu leeren. Dann soll er lieber die 117 Pesos Bargeld mitnehmen, die ich bei mir trage.

Meine Zähne bürste ich übrigens per Hand. Mal mit der rechten, mal mit der linken; das soll Alzheimer vorbeugen. Ich brauche keine elektrische Zahnbürste, genausowenig wie ein Laufrad im Keller zur Körperertüchtigung. Letzteres mache ich, indem ich spritsparend meine Besorgungen erledige: zu Fuß, Bürgersteiglöcher überspringend, Pflastersitzern oder –stehern ausweichend, über den Zebrastreifen sprintend, Einkaufstaschen schleppend. Ausserdem erfordert das periodische Verschieben des Rasensprengers im Garten bei Trockenheit ein paar tausend Schritte täglich. Mein Sohn hat es längst aufgegeben, mich zur Anschaffung einer automatischen Sprenkleranlage zu überreden.

Ich schätze es sehr, ab und zu nett Essen zu gehen. Ab und zu. Normalerweise aber kocht meine Frau zuhause und ich wasche ab. Sollten wir wirklich solch friedvolle, zwiegeschlechtliche Arbeitsteilung durch Einführung eines Geschirrspülers zerstören? Aus Mehl, Hefe, Salz und Wasser und sonst absolut nichts backe ich alle paar Wochen einige Kilo Brot, das jeden Vergleich mit den teuren und weit hergeholten Produkten der Delikatessengeschäfte aushält. Ich mache das im Holzofen, wobei all die trockenen Äste der Garten- und Straßenbäume verschwinden, die sonst, mühsam gebündelt, tage- und wochenlang auf Abholung warten müssten.

Ach ja, das Handy. Ich bin so arrogant zu behaupten, dass ich nie eines gebraucht habe. Den grössten Teil meines Lebens verbrachte und verbringe ich in greifbarer Nähe eines Festanschlusses, früher im Büro, jetzt zuhause. Dieses Telefon klingelt ohnehin oft genug, so dass ich den kleineren Teil meines Lebens bitte gern ungestört verbringen möchte. Auf die unzähligen Zusatzfunktionen eines Handys (zu deren Einschaltung ich ohnehin zu dämlich wäre) verzichte ich gern. Wenn ich nüchtern bin, weiss ich auch ohne GPS ungefähr, wo ich mich aufhalte, und wenn es irgendwo tatsächlich etwas Erinnernswertes festzuhalten gibt, fotografieren das mit ihrem Handy immer andere Leute, die mir dann unaufgefordert die Ergebnisse massiv zukommen lassen. Bei ihrem letzten Besuch hat mir unsere Tochter ein Kartenhandy hinterlassen, für alle Fälle und so. Eine Zeit lang habe ich es alle 3 Tage bestromt und einmal im Monat mit Geld aufgeladen. Die wenigen Male, die ich es benutzen wollte, waren entweder der Strom alle oder das Geld, oder Beide.

Meine Registratur wird per Hand geführt, ein Adressbüchlein und ein 5 Zentimeter dicker Ordner, in dem 20 Jahre meiner kleinen Buchhaltung gesammelt sind. In der Zeit, die ich benötigen würde, auf dem Computer alle einschlägigen Programmteile aufzurufen, habe ich meine wenigen Ziffern längst auf Papier gekritzelt und ausserdem eine SUDOKU-Aufgabe gelöst (oder zu lösen versucht).

Allerdings schreibe ich diesen Artikel nicht per Hand oder auf der Schreibmaschine, sondern auf Windows-Office. Keine unleserlichen Zusätze, kein verblasstes Farbband, kein Tippex, kein schmutziges Kohlepapier. Ich beende ihn mit einem Zitat von Michael Naumann (DIE ZEIT 19/09, S. 23): Wir sind eine Funktion der Geräte geworden, glückliche Knechte der neuen technischen Herren. Auf die wir lange angewiesen sein werden, bis der Strom ausgeht. Dann folgt die Epoche der elektrischen Kerzenanzünder. Solange die Batterien reichen.

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Kommentare   

 
0 #1 Klaus 2011-07-12 08:46
Sie haben mir voll aus dem Herzen gesprochen 8) Wieder einmal :roll:
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