Europäischer Nord-Süd-Dialog

Aus Anlass des Griechenlandproblems ist der Europäische Nord-Süd-Dialog inzwischen von Brüsseler Konferenzsälen in die Talkshows vorgedrungen. Da sitzen etwa, neben Anderen, ein mittelständischer Unternehmer, ein Repräsentant der FDP und ein in Südeuropa lebender Journalist zusammen, der sich in einem Buch mehrsprachig dafür entschuldigt, Deutscher zu sein.

Letzterer verteidigt die mittelmeerische Position. Der dortige Vorwurf, Deutschland sei egoistisch und rechthaberisch, sei wohl begründet, meint er. Schliesslich habe das Land enorme Vorteile aus der Währungsunion gezogen. Es müsse sich nun solidarisch zeigen mit solchen Nachbarn, welche deren Vorteile nicht nutzen konnten, weil sie eben sehr verschiedenen kulturellen Voraussetzungen unterlägen. Es stehe Deutschland nicht an, von ihnen gleiche Verhaltensweisen einzufordern wie die der nordischen Länder. Das sähe doch verdächtig nach einer Neuauflage von „Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen" aus.

Da ist was dran!

Die FDP und der Unternehmer meinen dagegen, dass ein Land, das seinen jetzigen Erfolg durch jahrelange Sparsamkeit und mühsamen Strukturwandel erreicht hat, nun mit Milliardenbeträgen Nachbarn unterstützen soll, die sorglos in den Tag hinein gelebt haben, sei unakzeptabel. Man hätte ja nichts gegen kulturelle Unterschiede, nur: dass die Mitgliedschaft im Euro-Verein zu gewissen „nördlichen" Verhaltensregeln verpflichtet (die im Übrigen auch in Amerika und zunehmend einem immer grösseren Teil der restlichen Welt gelten), das habe man schliesslich von Vorneherein gewusst und akzeptiert und es sei nicht zulässig, sich jezt hinter kulturellen Unterschieden zu verschanzen.

Da ist auch was dran!

Die sehr sympathische französische Tischrundenteilnehmerin lacht sich kaputt, als sie gefragt wird, welche Position ihrem Land wohl anstünde.

 

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