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Im Test: E-Zigarette

Christopher Ray * Editorial * MeinungWir sind in Deutschland eher auf Pflichten geprägt, denn auf Rechte. Väter, insbesondere unverheiratete, haben das millionenfach am eigenen Leib und der Brieftasche gespürt. Unterhaltspflicht: Ja! Verkehrsrecht oder gar Sorgerecht: Nein. Hier hat der BGH jetzt ein richtungweisendes Urteil gesprochen. Zumindest muss die Sorgerechtsbefähigung ab sofort auch bei unverheirateten Vätern vor Gericht geprüft und entschieden werden können.
Ein Anfang. 

Vor fast 45 Jahren habe ich selbst zu den Vätern beider Klassen gehört.
Deshalb habe ich eine Meinung aus erster Hand anzubieten. Erfahrung nennt man das. Persönliche. Ich stamme selbst aus einer geschiedenen Familie, in der die Mutter ohne rechtliche Schwierigkeiten dem Vater (meinem) den Umgang mit den Kindern gerichtlich verbieten ließ. Das war in meiner Kindheit so einfach wie üblich. Es langte häufig, wenn die Mutter sich in ihren Erziehungsaufgaben durch den Vater beeinträchtigt fühlte. Eine gefühlslastige Zeit. Damals.

 

In den glorreichen 60ern wurde ich dann selbst Vater. Mehrfach. Zwei eheliche und (offiziell) mehr als ein halbes Dutzend uneheliche Kinder. In den 60ern waren Sex und Gefühle üblicher, als Namen oder gar Telefonnummern auszutauschen. Die so genannte Emanzipation zeigte sich insbesondere darin, dass die Frauen plötzlich offensiv wurden. Wer, als Mann, in Städten wie Frankfurt (Main) groß wurde, der gewöhnte sich schnell daran, dass er in den Bockenheimer Szenekneipen häufig von wildfremden Frauen angesprochen wurde.
Häufig Studentinnen. "Wollen wir vögeln?", hörte man öfter, als  den zweiten Standardspruch: "Wer bist´n Du? Wie heißt´n Du? Wo gehen wir hin?"
 
Jetzt haben Sie, liebe Leser, einen Überblick über die Zeit, in der ich aufgewachsen bin. Zum besseren Verständnis. Deshalb waren diese Jahre durch unendlich viele außereheliche Schwangerschaften geprägt. Häufig wurde geheiratet, weil die Chance recht groß war, dass es sich bei dem Paar um die Eltern des kommenden Nachwuchses handelt. Die daraus resultierende so genannte alternative (später: antiautoritäre) Erziehung, bei der man den Kindern meist keine angedeihen ließ, war der Tatsache geschuldet, dass es hier häufig eine Erzeugerunsicherheit gab. Man(n) war folglich allen Kindern gegenüber sehr nachsichtig.
 
Als unverheirateter Vater kam man nur dann zu (Unterhalts-)Pflichten, wenn die Vaterschaft nachgewiesen werden konnte. Wurde sie das, dann waren Rechte und Pflichten identisch. Sie mündeten und endeten in einer entsprechenden Unterhaltspflicht. Das war es. Es sei denn, die Mutter räumte dem Vater ein wie auch immer geartetes Umgangsrecht ein. Klagbar war das allerdings nicht.
Manchmal jedoch käuflich…
 
Als geschiedener Vater sah die Praxis in den 60ern allerdings auch nicht besser aus. Während der Trennung von meiner Ehefrau, man hatte juristisch bestimmte Trennungszeiten einzuhalten, hatte ich meine älteste Tochter mehr als ein Jahr bei mir. Das funktionierte prima. Obwohl sie erst knapp zwei Jahre alt war. Bis zur Scheidung.
 
Der Richter, ein Mensch mit militärisch kurzem Haarschnitt, der zwei Zentimeter über den Ohren praktisch aus dem Nichts erschien, formulierte folgende Entscheidung: Das Sorgerecht geht an die Mutter. Ein Verkehrsrecht für den Vater wird auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, weil er sich eigenmächtig die Verfügungsgewalt über das Kind angeeignet hat.
 
Als ich, langhaarig bis auf die Schultern, eine Begründung forderte, sagte er: "Die schlechteste Mutter ist besser als der beste Vater!" "Sie gestatten eine persönliche Frage, Herr Richter?", sagte ich. "Ja bitte", antwortete er nach kurzem Zögern.  "Sie sind verheiratet?" "Ja, weshalb?", entgegnet der Richter. "Haben Sie Kinder?", fragte ich. Mit einem stolzen Lächeln im Gesicht antwortete er: "Ein Junge und ein Mädchen. Warum fragen Sie?"
"Na ja, Sie haben sich gerade ein Armutszeugnis ausgestellt, bester Vater."
Jetzt blickte er mich bösartig an. Überlegte einen Moment, und sagte dann im Kasernenhof-Ton: "100 D-Mark Geldstrafe, wegen Missachtung des Gerichts." Nur selten habe ich in den nächsten Jahrzehnten so einfach 100 Mark verdient, wie dieser Staat meine Missachtung...
 
Ich habe danach einige Jahrzehnte keinen Kontakt mit meinen Kindern gehabt.
Grund war die Erfahrung meines Vaters, der in der Vergangenheit an sämtlichen Gerichten gescheitert war. Für uns Kinder, die natürlich (trotz Scheidung) gerne mit ihm Kontakt gehalten hätten, war das zumindest unverständlich. Ganz sicher eine Belastung. Und die wollte ich meinen Kindern nicht zumuten.
 
Das aktuelle Urteil des BGH lässt hoffen, dass Kinder künftig mehr Anspruch auf ihre Eltern haben. Auch wenn Politiker schon wieder empört aufschreien, dass damit der geschützte Stand der Ehe gefährdet sei. Ein absoluter Quatsch, wie auch meine Geschichte zeigt. Wer angeblich nur wegen der Kinder eine Ehe als Besser-als-Nichts-Beziehung weiterführt, der ruiniert nämlich gleich mehrere Leben.

 
Sie dürfen jetzt weitermachen
Ihr
Christopher Ray
 
 


 

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Kommentare   

 
+1 #11 Vira 2010-08-17 10:50
Väter und nicht vorhanden Rechte. Für mich ein wichtiger Zeitbericht. Wollen wir hoffen, dass nach dem aktuellen Urteil die Situation besser wird.
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+2 #10 Chris N. 2010-08-15 15:50
Ich bin 1967 geboren und in einer glücklichen Familie aufgewachsen. Als mein Vater 1997 an Krebs erkrankte, erzählte er mir, dass er Mutti geheiratet hat, als sie von seinem besten Freund schwanger war. Mein leiblicher Vater hat keine Ahnung, dass es mich gibt. Mein offizieller Vater war und ist mein Vater. Ich habe allerdings keinerlei Vorwürfe gegen meinen leiblichen Vater, meinen Erzeuger. Denn der hat ja keine Ahnung von meiner Existenz. Und das werden wir nicht ändern.
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+4 #9 Hanni 2010-08-15 09:51
Ray ist Zeitzeuge und Teil der Zeitgeschichte. Moral ist immer etwas lokal kulturgebundene s. Früher war die gerationsverbin dente Großfamilie gelebte Praxis, heute der Singlehaushalt.
In den 60ern die "Freie Liebe" und zeitweise die Komune, später Wohngemeinschaft.
Wo Kinder hingehören entscheiden leider in erster Linie die Gerichte, dann die Mütter. Die Kinder selbst können das für sich bestimmen, wenn sie ein rechtsfähiges Alter erreicht haben. Zumeist ab 16, spätestens ab 18. In Deutschland. Deshalb kann man kein Urteil über den "Vater" Ray fällen. Er hatte die Chancen nicht, seine Kinder legal bei sich zu behalten. Mütter waren und sind in diesem Punkt im Vorteil. Was für den eigenen Lebensplan häufig zum Nachteil wurde und wird.
Hanni v.W.
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+4 #8 Ulrike 2010-08-14 13:06
zitiere andrea:

auch ich gehöre dazu und ich weiß selber wie es ist wenn der vater meint es wäre besser sich fern zu halten...


Das ist jetzt verwirrend, wenn man diese Aussage ernst nimmet:

zitiere andrea:

meine eltern sind geschieden, mein vater musste für uns zahlen und hat uns gerade ma 4 wochen im jahre gesehen, jedoch war er immer da und ein wundervoller vater.


Kurt und Kathrin haben das alles etwas sachlicher dargestellt. Damit meine ich, wie sich die Realität für geschiedene oder uneheliche Väter tatsächlich auswirkt. Und zwar überwiegend.
Und Kurt kennt die 60er Jahre anscheinend aus eigener ge- und erlebter Erfahrung.
LG
Ulrike
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+5 #7 Kathrin 2010-08-14 09:04
Wofür sollte er sich auch entschuldigen? Hier wäre eine Entschuldigung der Mutter angebracht. Eine Entschuldigung des Richters. Und ein Insichgehen des Kindes, wenn es nie versucht hat, die wahren Umstände hgerauszufinden sondern sich stattdessen auf Aussagen zum Beispiel der Mutter verlassen hat. Ich sehe tagtäglich wie Männer erpresst werden, die gern den Kontakt zu ihren Kindern halten würden. Wie die Mütter sie unter Druck setzen, ihnen wegen jederm Cent Anwälte auf den Hals schicken, ihnen die Kinder geben oder nicht, gerade wie es ihnen passt. Ausgelebte Allmachtsphanta sien. Auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Und wo bleibt eigentlich die Würde des Mannes? Und das sind häufig Paare, die mal miteinander verheiratet waren. Nein - ein gleiches Recht für Väter und Mütter gibt es nicht. Viellicht irgendwann. Aber den Gipfel finde ich, wenn sich die Väter, die sich diese Behgandlung als Fußabtreter nicht gefallen lassen, auch noch dafür entschuldigen sollen. Das ist entweder Dummheit, Arroganz oder verletzte Eitelkeit. Berechtigt ist es mit Sicherheit nicht. :cry:
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+4 #6 Kurt 2010-08-14 06:31
Der "Mann" war damals zwischen 17 und 20. Und dann die Flower-Power-Ze it. UND das Polit-System der entrechteten Väter. Nur zur Erinnerung: Es gab damals schon die sogenannte Anti-Baby-Pille . Wenn wir von Verantwortung sprechen, liebe Andrea, sollten wir das auch bedenken.
Ich finde den Artikel mutig, und das Verhalten ebenfalls. Meine erste Ehe dauerte 15 Jahre. Heiratsgrund: Schwangerschaft . Es waren verschenkte Jahre. Für alle Beteiligten. Auch für meine beiden Kinder. Immer Ärger, immer dicke Luft und Selbstverleugnu ng. Hier ist viel zu wenig Platz um das wirklich zu beschreiben. Ich gehe jetzt Brötchen holen und bringe meiner Frau Kaffee ans Bett. Weil ich das nach 8 Jahren noch immer so will.
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-6 #5 andrea 2010-08-13 23:06
kinder sind sehr anpassungsfähig und geduldig wenn sie das gefühl haben trotz allem geliebt zu werden, statt das gefühl zu haben für ein nicht zu existieren.

schwach, echt schwach meiner meinung nach, und egoistisch, es ist einfach alles aufn system zu schieben.. einfacher als ein guter vater zu sein.

Ulrike, ray muss sich für nichts "entschuldigen" bestimmt nicht. ne entschuldigung von einen mensch, der solch ein artikel schreibt zu erwarten wäre sinnlos.

auch ich gehöre dazu und ich weiß selber wie es ist wenn der vater meint es wäre besser sich fern zu halten...
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+7 #4 andrea 2010-08-13 23:05
ich frage mich wirklich, was dieser Ray damals außer "freie liebe" im kopf hatte, nicht nur das er nicht darüber nachgedacht hat das daraus vielleicht ein mensch entsteht der eine intakte familie bräuchte die er nie haben konnte, nein er weiß so wenig über kinder das er meint besser zu wissen was gut für diese war.
scheinbar waren sie nicht reif vater zu werden,
man muss kein intelligenzbest ie sein um zu wissen wie sich sowas auf ein kind psychologisch auswirkt.
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0 #3 andrea 2010-08-13 23:04
für zeitgeist gibt es keine entschuldigung. .. aber für verantwortungsl osigkeit ja?

Ray hat, meine meinung nach, absolut verantwortungsl os und egoistisch gehandelt.
verantwortungsl os weil er mindestens 8 kinder gezeugt hat, ohne über folgen nach zu denken, und statt dafür zu kämpfen diese kinder nur ein paar monate im jahr zu sehen, lieber aufgegeben hat.

selber gelitten zu haben soll ein grund sein, sein kind sowas ersparen zu wollen, und ist mit sicherheit richtig, aber es gibt immer 2 wege die man nehmen kann, und sie haben den einfach egoistischen weg gewählt und schieben es nun aufn staat das ihr jahrzehnten kein kontakt hat.
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+7 #2 Ulrike 2010-08-12 16:44
zitiere Andrea:
:-x
wasn des für ein artikel? soll es ein fehlverhalten entschuldigen?? gabs in den 60er noch keine kondome?

Unsere Moral hieß Leben. Du konntest erstmals als Frau deine Sexualität ausleben, ohne Schlampe geschimpft zu werden. Das versteht man vielleicht nur, wenn man in den 60ern in diesem gewissen Alter war. Ich habe übrigens auch eine Andrea aus dieser Zeit. Bin ebenfalls geschieden, und war so doof wie die Frau von Ray. Aber man lernt ja dazu 8) Er braucht keine Entschuldigung. Für Zeitgeist gibt es keine Entschuldigung. Man war dabei, mittendrin oder hat es versäumt - das Leben.
Ulrike
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