Ein Polizist habe sie umgeschubst. Absichtlich. Und nach einem Wortwechsel. Sagt eine Grünen-Politikerin aus Chemnitz, die am 1. Mai in Bautzen gegen die NPD Demo demonstriert hat. Das mag sein oder auch nicht. Die Polizei sagt, der Polizist habe sie nicht gesehen und deshalb umgerannt. Auch das mag sein oder auch nicht.

Bautzen 1. Mai  2012
Dass sich jetzt wieder viele auf die Polizei stürzen, die "Gewalt" gegen Gegendemonstranten übe, die "endlich begreifen müssen, dass wir die Guten sind", wie es ein Gegendemonstrant auf facebook formulierte, ist schon fast so etwas wie Tradition. Die bösen Bullen eben...

Bautzen 1.Mai 2012
Die bösen Bullen, die den kompletten Feiertag in voller Montur bei 30°C stehen und immer in Bereitschaft sein müssen. Während andere sich Radler und Bratwurst am Reichenturm schmecken lassen. Die bösen Bullen, die Demonstranten und ihre Gegner voneinander trennen müssen, damit die Bautzener weiter in Ruhe feiern können, weil in diesem Staat die NPD nun mal eine zugelassene Partei ist. Wofür die bösen Bullen übrigens nichts können. Das ist eher so eine Sache des Verfassungsschutzes... 

Und ebendiese bösen Bullen, die in Sekundenschnelle abwägen müssen, ob sie es mit gewaltbereiten Gegendemonstranten oder einfach nur mit protestierenden Bürgern zu tun haben. Was nicht wirklich einfach ist, wenn da plötzlich eine ganze Horde versucht, eine Handvoll Polizisten umzurennen, um deren Sperrung zu durchbrechen.

Bautzen 1. Mai 2012
Da kommt es tatsächlich vor, dass einige Polizisten mit martialischem Gebrüll ihren Kollegen zu Hilfe eilen und nicht schnell genug bremsen, wenn jemand nicht aus dem Weg springt. Das kann den Blutdruck hochtreiben. Und einige Bautzener waren denn auch sichtlich verstört, wenn sie so etwas erlebten.

Denn unter den rund 700 Polizisten, die am 1. Mai in Bautzen im Einsatz waren, waren mit Sicherheit nicht nur brave Beamte, die das lieber erst einmal ausdiskutiert hätten. Im Gegenteil. Einige wirkten sogar, als hätten sie gern mal ein bisschen Cowboy gespielt. Solche gibt es überall.

Die Frage darf aber gestellt werden: Was, wenn die Polizei einfach mal nicht da gewesen wären? Wenn die Bautzener den NPD-Demonstranten hautnah ihre Meinung hätten sagen dürfen? Das hätte mit Sicherheit mehr Schlagzeilen im Nachgang gebracht. Denn viele Bautzener waren nicht nur von der Sonne, sondern auch vom Bier ordentlich erhitzt. Und beim Umschubsen wäre es nicht geblieben. Insofern - Eine Bitte an alle: Lasst die Politikerin ihren Fall juristisch klären. Und spendiert beim nächsten Mal den Polizisten ein Eis.

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Lesetipp:
1. Mai in Bautzen:
Keine Ausschreitungen, keine Zwischenfälle.
Nur Ober- und Unterhitze

 

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