Christopher Ray "Ja, wir sind weisungsgebunden", bestätigt der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick. "Das Sagen hat der Katastrophenstab des Landkreises Görlitz", schiebt er nach. In Niesky, wo der Katastrophenstab des Landkreises sitzt, sieht man das anders. "Jede Gemeinde ist für ihr Territorium zuständig", bestätigt auch das Landratsamt die Aussage des Katastrophenstabs. 

 
Die Hochwasseropfer, zum Beispiel in der überfluteten Senke von Hagenwerder, sind wenig begeistert. Ihnen steht das Wasser praktisch bis zum Hals. "Koordination findet hier nicht statt", sagt uns ein betroffener Anwohner noch um 14:30h per Telefon. Eine halbe Stunde später scheint sich endlich etwas zu tun.
 
OB Paulick erklärt, dass die Görlitzer eine eigene Taskforce eingerichtet haben. "Was wir tun können, das tun wir. Und zwar sofort und vor Ort, soweit es unsere Mittel zulassen." Der Oberbürgermeister ist seit der Katastrophennacht, am Samstag, in seiner Gemeinde unterwegs. Nach Hagenwerder hat er selbst die Feuerwehr mitgebracht. Ohne Weisung aus Niesky.
OB Paulick in Hagenwerder
Hilfe wurde Görlitz von vielen Seiten angeboten. "Weitere Feuerwehren kommen. Aus unserer Partnerstadt Wiesbaden unterstützt man uns mit Spezialgeräten zur Ölabscheidung", sagt Paulick. Auch Zgorzelec, die polnische Hälfte von Görlitz, hat spontan ihre Hilfe angeboten. Doch die sind selbst betroffen.
 
Die Unstimmigkeiten zwischen Görlitz und dem Katastrophenstab des Kreises bestehen weiter. "Man wird sich zusammen setzen müssen, um Kommunikation und Kooperation deutlich zu verbessern. Aber im Augenblick steht die Soforthilfe im Mittelpunkt. Der Rest kommt später", resümiert der Oberbürgermeister.
 
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Ihr
Christopher Ray
 
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