ChristopherRay082012FAKTuell-Foto„Wieso lehnen Sie die Einladungen zu unserer BGE-Veranstaltung ab“, werde ich in den letzten zwei Jahren immer wieder gefragt. Damit ich mich nicht laufend wiederholen muss, beantworte ich diese Frage jetzt öffentlich.

Einladungen zur „Vorstellung des BGEs“ nehme ich nur noch sehr selten an. Meistens schicke ich den Veranstaltern einen Link zu Waylon Jennings: „I don't do it no more!“
Häufig versucht man mich dann zu überzeugen, dass diese Veranstaltung ganz anders sei, als das, was ich bisher erlebt habe.
Dann fällt mir spontan diese Zeile aus Waylons Song ein: „Every time I hear about - some new game that they're playing. It sounds like that same damn game that I played before.”

 Wenn der Veranstalter, die Veranstalterin, es sind tatsächlich immer häufiger Frauen, etwas hartnäckiger nachfragt, und das tun sie oft, dann erzähle ich manchmal, weshalb ich kaum noch solchen Einladungen nachkomme. Dafür gebe ich ihnen einen Einblick in meine Erfahrungen, wie so eine Veranstaltung abläuft, wenn sie gut organisiert ist.

Das Publikum ist gut gemischt. Etwa 50 Prozent sind Anhänger des BGEs. Weitere 30 Prozent sind unentschlossene Sympathisanten. Etwa zehn Prozent sind strikte Gegner des BGEs. Meist, ohne es überhaupt verstanden zu haben. Immer häufiger, weil sie es verstehen. Dann sind da noch die Parteivertreter aus der Stadt oder dem Landkreis. Seltener von Land oder Bund. Die 100 Prozent werden von örtlichen Unternehmern oder ihren Vertretern aufgefüllt.

Die Anhänger des BGEs erkennt man meist daran, dass sie bei meinen Beiträgen nicken oder applaudieren. Die Unentschlossenen stellen manchmal Zwischenfragen. Wirklich aktiv sind meistens die Gegner des BGEs. Hier eine Übersicht der häufigsten „Argumente“ dieser Gruppe.

1. Wer nicht arbeitet, der soll sich selbst versorgen.
2. Die wollen sich doch auf unsere Kosten auf die faule Haut legen.
3. Niemand braucht das BGE…
   …sonst arbeitet keiner mehr.
   …wer Arbeit will, der findet auch welche.
   …ich unterstütze die faulen Säcke nicht.
   …das ist ja Sozialismus pur.

Das Niveau der „Argumente“ bewegt sich etwa auf dem des Wissensstandes der Gruppe. Ist es auch nur ein Mü niedriger, dann kommen noch die mit Überzeugung und Empörung vorgetragenen Forderungen, dass man die „Sozialschmarotzer, die es sich mit Hartz IV auf unsere Kosten gut gehen lassen“ zur Arbeit für die Allgemeinheit verpflichten müsse. Früher nannte man das Zwangsarbeit…

In den letzten Jahren hört man aus diesem Kreis immer häufiger, dass man „lieber denen mit geringem Einkommen einen ordentlich Zuschuss zahlen sollte, statt die Faulenzer zu unterstützen“. So eine Art bedingtes Grundeinkommen.

Offensichtlich passt diese Forderung in das Konzept der Parteien. Die Zahl der Niedriglöhner, die als „Aufstocker“ Sozialleistungen erhalten steigt permanent.

Die Zahl derer, die erkennen, dass es sich dabei um eine Förderung der Unternehmen handelt, ist leider immer noch gering.

Unternehmer, die Waren oder Dienstleistungen im Inland anbieten, stehen dem BGE positiver gegenüber. Sie haben erkannt, dass Kaufkraft in der Fläche weit profitabler ist, als billige Arbeitnehmer je sein können. Leider sind noch wenige so weit, dies auch laut und öffentlich zu fordern. Mancher stolpert auch da noch über sein Ego, weil er sich über seine Funktion als Chef definiert.

Hin und wieder ist allerdings schon ein lauter werdendes Murren zu hören. Meist von jenen Unternehmern, die ordentliche Löhne zahlen und die Aufstockung der Niedriglöhne durch den Staat als Wettbewerbsverzerrung erkannt haben, die ihr Unternehmen und die Arbeitsplätze gefährdet.

Und die Parteivertreter ziehen sich, meist über alle Parteigrenzen hinweg, auf die Forderung nach der Vollbeschäftigung zurück. Erreichen wollen sie das gerne mit einer „intensiven Wirtschaftsförderung“, statt mit „Sozialalmosen“. Dafür gibt es in der Regel Applaus der BGE-Gegner und der konservativen Unternehmer, die den Überblick verloren haben.

Dieser vorhersehbare Ablauf ist natürlich kein Grund für eine Absage. Nachdem ich gut ein Jahrzehnt immer zur Verfügung stand, muss ich kürzer treten. Da die Veranstalter zumeist über keine Mittel verfügen, haben sie automatisch über meine verfügt. Und die sind begrenzt. An- und Abfahrt, Übernachtung und Verpflegung kosten leicht 300 bis 500 €, je nach Entfernung…

Mein Tipp: Versuchen Sie es doch einfach einmal mit den sogenannten „Neuen“ Medien. Schalten Sie doch Ihre gewünschten Redner per Skype in Ihre Veranstaltung hinzu. Dann stellt sich die Kostenfrage nicht und die Verfügbarkeit Ihrer Wunschredner steigt erheblich weil sie nur während der Veranstaltung gebunden sind und nicht ewig durch die Gegend fahren müssen.

Sie dürfen jetzt weitermachen.

 Ihr

 Christopher Ray

PS. Handbuch Bedingunsloses Grundeinkommen

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