Es passiert überall, tagtäglich und zunehmend:
MietminderungCoverRatgeberEr denke ja überhaupt nicht daran, die Kosten für die Beseitigung von Folgen baulicher Mängel zu übernehmen, verkündete der Eigentümer unserer Mitwohnung bereits mehrfach. Es geht um Schimmelbefall in nahezu allen Räumen, der für uns nicht nur ein unansehnliches Ärgernis darstellen, sondern bekanntlich schlimmstenfalls auch die Gefahr von Gesundheitsschäden in sich birgt. Immer wieder führte er falsches Lüftungsverhalten und ähnliche Argumente ins Feld.
Obwohl inzwischen anhand mehrerer Gutachten klar geworden ist, dass uns als Mieter keine Schuld trifft, tat sich bisher in Richtung einer echten fachmännischen Sanierung nichts. Im Gegenteil, er lehnte das rundweg ab.
Nach Rücksprache mit dem Mieterbund werden wir nun die Mängel selbst beseitigen lassen und, sollte er sich nicht an den Kosten beteiligen, künftig weniger Miete zahlen. „Dazu sind Sie überhaupt nicht berechtigt!“, hieß es in einer in scharfen Worten gehaltenen E-Mail, nachdem wir ihn darüber informierten.

Ein Einzelfall? Mitnichten, es dürfte wohl recht wenige Mietverhältnisse geben, wo wirklich alles hundertprozentig klappt und auch nicht die kleinsten Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Mietpartnern auftreten. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ob der Lärm aus der Nachbar- oder unterhalb liegenden Wohnung die Nachtruhe stört, die Heizung dauernd streikt, das Dach undicht ist, die Antennenanlage im Zuge der Digitalisierung den Geist aufgegeben hat oder, wie in unserem Fall, bauliche Mängel, Feuchtigkeit und Schimmelpilz – all dies beeinträchtigt die Wohn- und Lebensqualität erheblich. Doch kann man wirklich so ohne weiteres die Miete mindern? Und, wenn ja, in welchen Fällen? Antwort auf diese und weitere Fragen gibt der neue Ratgeber „Mietminderung bei Wohnungsmängeln“, herausgegeben von den Verbraucherzentralen und dem Deutschen Mieterbund. Autor Ulrich Ropertz, Jurist und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  des Deutschen Mieterschutzbundes, legt ausführlich und leichtverständlich den Weg vom Anspruch des Mieters bis zum Zurückbehaltungsrecht, das es nämlich tatsächlich gibt, dar.

Das Buch gibt einen gut gegliederten Überblick, welche Rechte der Gesetzgeber Mietern bei Wohnungsmängeln einräumt. Erklärt wird, wie Mängel beim Vermieter anzuzeigen sind und wie auf deren Abhilfe gepocht werden kann. Außerdem erfährt der betroffene Mieter wichtige Kriterien, um die Höhe möglicher Mietminderungen richtig zu bemessen. Sinnvoll dürfte es übrigens sein, sich besonders in diesem Punkt mit dem für den Wohnort zuständigen Mieterschutzverein zu konsultieren. Dort haben kompetente Leute immer ein offenes Ohr auch, was die rechtlichen Fragen anbelangt.

Viele beispielhafte Urteile zu den verschiedenen Mängeln rund um Wohnungen, Gemeinschaftsanlagen wie z. B. Garagen und Wohnumfeld geben dabei Orientierungshilfe. Es wird aufgezeigt, was zu tun ist, wenn sich der Vermieter quer stellt und Mängel nicht beheben bzw. beheben lassen will. Nicht zuletzt wird beschrieben, wann und wie Mieter Schadenersatz wegen Wohnungsmängeln fordern oder gar fristlos kündigen können.

Bestellinformationen

- Versandservice der Verbraucherzentralen,
Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf,

-Telefon: 02 11/38 09-555; Fax: 02 11/38 09-235,

-Internet: www.vz-ratgeber.de,

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

-Die Zusendung der Ratgeber erfolgt gegen Rechnung.

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