Tutancham un Berlin  August2013 FAKTuellFoto
Audiogerät schnappen, Kopfhörer dazu und los gehts. Denkste. Erst mal gehts nur in eine Schlange. Warten ist angesagt. Auf einem Monitor steht wie viele Minuten es noch dauert bis die Vorführung beendet ist. Dann erst darf der nächste Schub Menschen in den dunklen Raum. Zeit vertreiben also. Bilder, Texte, ein großes Foto an der Stirnwand, das das Tal der Könige in Ägypten zeigt. Ein paar winzige Touristenbusse sind auch darauf zu sehen. Der Audioguide tut inzwischen seinen Dienst. Er erzählt über Howard Carter, der als Einziger hartnäckig daran glaubte, dass er hier auf das Grab von Tutanchamun stoßen werde.

Alle anderen Ausgräber hatten bereits ihre Spaten in den Sand geworfen. Carter ließ weiter graben. Das war vor 110 Jahren. Bis 1922 sollte es dauern bis er endlich Erfolg hatte. Der nächste Schub Besucher darf in den ersten Raum. Die Schlange wird immer länger.

Tutanchamun Berlin August2013 FAKTuellFoto
Nur noch eine Woche ist die Tourneeausstellung "Tutanchamun, Sein Grab und die Schätze" zu erleben. Countdown in Berlin. Und offenbar haben einige Torschlusspanik bekommen. Obwohl mitten in der Woche ist die Arena in Treptow voll. Hier, wo sonst Konzerte und Partys stattfinden, ist das komplette Grab des vergessenen Pharaos aufgebaut. 1000 Objekte auf 4000 Quadratmetern.

Keines davon ist ein Original. Alles sind sorgfältig angefertigte Repliken, täuschend echt angefertigte Kopien. Das tut der Faszination allerdings keinen Abbruch. Mehr als vier Millionen Menschen haben die Ausstellung seit der Premiere in Zürich bisher besucht. In elf europäischen Städten war sie bisher zu bestaunen, unter anderem in Dublin, Madrid, Budapest und Brüssel. Denn was sie hier sehen, gibt es so nicht einmal in Ägypten. Das Grab Tutanchamuns komplett, vollständig, mit all seinen Schätzen, die im Original schon lange inventarisiert, katalogisiert, in Einzelteile zerlegt, in verschiedenen Depots eingelagert und im Ägyptischen Nationalmuseum Kairo gezeigt werden.

Tutanchamun Berlin August2013 FAKTuellFoto
Es geht weiter. Die nächste Vorstellung beginnt. In einem dunklen Raum stehen ein paar Bänke vor einer Leinwand. Über Funk wird der Ton des jetzt beginnenden Films auf die Audiogeräte übertragen. Amenophis, Echnaton, Tutanchamun - ein Kurzabriss über die Zeit dieser Pharaos, ein paar Filmszenen, Bilder, einer der Sprecher ist sonst als Robert de Niro zu hören. Schauspieler wie Christian Brückner haben sämtliche Texte für die Ausstellung eingesprochen. Die Macher haben offenbar weder Geld noch Mühe gescheut.

Eine Ausgabe, die sich gelohnt hat. Man wird sofort in die Geschichte hineingezogen, versinkt in einer Welt, die es vor 3300 Jahren gab. Im nächsten Raum ist ein kleiner Kinosaal aufgebaut. Hier gibt es einen etwas längeren Film zu sehen. Hauptfigur ist Howard Carter, der bereits als kleiner Junge fasziniert von Ägypten und den Pharaonengräbern war.

Ein Mann, der mit 17 Jahren als Zeichner in Ägypten unterwegs war und sich archäologisch ausbilden ließ. Und wie bereits erwähnt der Einzige, der stur genug war, das versteckte Grab zu finden. Sein Vertrauen und sein Glauben waren so groß, dass er über Jahre seinen Sponsor - einen wohlhabenden englischen Lord - bei der Stange halten konnte. Auch als dieser selbst in Geldnöte geriet, finanzierte er die Ausgrabungen weiter. Im nächsten Raum steht man bereits in der Grabkammer. Zumindest gefühlt. Zuerst kommt eine Vorkammer, dann die eigentliche Grabkammer, anschließend die Schatzkammer. Ein Modell  an der Wand verdeutlicht, wie sie miteinander verbunden waren. Darin sind Schreine, Statuen, Möbel, Streitwagen, Tierfiguren, Schiffsmodelle, Instrumente, Salbendosen, sogar eine Haarlocke seiner Großmutter wurde in dem Grab Tutanchamuns gefunden.

Auf dem goldenen Sarg thront Anubis, der den Pharao und seine ebenfalls in Sarkophagen aufbewahrten Organe bewacht. Alles ist maßstabsgerecht und originalgetreu nachgebaut. Tutanchamun war bereits im Alter von acht Jahren Pharao, ist aber nur knapp zwanzig Jahre alt geworden. Ob er ermordet wurde oder einen Unfall hatte weiß keiner. Sein Grab ist das einzige vollständig erhaltene Pharaonengrab, das jemals gefunden wurde. Ein Punkt, der die vielen Kinder in dieser Ausstellung weniger berührt. Viele von ihnen scheinen in der Welt der Pharaonen zu versinken. Ein paar Jungs schauen hingerissen die Goldene Maske des Pharaos an, während sie die Erklärungen vom Guide hören.

Tutanchamun Berlin August2013 FAKTuellFoto
Ein paar Mädchen starren fasziniert auf die Mumie, einige verziehen ein wenig angewidert das Gesicht. Die Ausstellungsmacher haben für sie einen extra Text einsprechen lassen. Hier wird Tutanchamun zum Superstar, die Uschebti - Statuetten, die dem Grab beigegeben werden um im Jenseits stellvertretend für den Toten zu arbeiten - als mögliche Hausaufgabenhilfe ins Spiel gebracht. Fremdwörter werden seltener verwendet, ungewohnte Wörter wie zum Beispiel "niederschmetternd" werden erklärt.

Der Guide für "German Kids", wie darauf zu lesen ist, arbeitet mehr mit Emotionen,, die Texte sind anschaulicher. Die Erklärungen wirken dadurch lebendiger, bleiben besser im Gedächtnis. Wer sich nicht scheut, sollte lieber ihn wählen. Auch wenn man bereits älter als zwölf ist.

Der letzte Raum der Ausstellung - der Stau, der sich zwischendurch etwas aufgelöst hatte, konzentriert sich nun um die runden Tische, auf denen Möbel, Sandalen, Musikinstrumente und Brettspiele zu sehen sind. Wie ein Wurm zieht sich eine Besucherschlange langsam darum herum. Stop and Go. Dann doch lieber Rast auf einer der etwas zu seltenen und darum immer besetzten Bänke. Und noch mal in Ruhe alles durchhören. Wenn man will, auch in Spanisch, Französisch oder Englisch. Auf jeden Fall auskosten. Schließlich ist das Vergnügen nicht ganz billig.

Die Ausstellung ist zum letzten Mal am 1. September zu sehen. Erwachsene zahlen wochentags 17 Euro, am Wochenende 19. Kinder sind mit 9 bzw. 11 Euro dabei. Der ermäßigte Preis liegt bei 14 Euro.

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Kommentare   

 
+1 #1 Tourneeausstell ung * "Tutanchamun, Sein Grab und die Schätze"Alison 2014-09-07 18:25
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