WoelfinEinaugeFotoWolfsregionLausitz

Im Rahmen des Projektes "Wanderwolf", einem gemeinsamen Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe "Wanderwolf", die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht, wurden bisher drei Wölfe besendert. Ziel des Projekts ist es Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben.
Wolfsterritorien sind nicht statisch, ihre Grenzen werden immer wieder neu abgesteckt. Verschiebt ein Rudel sein Territorium, kann das eine Art Domino-Effekt auf die Reviere der benachbarten Wolfsfamilien haben. Die junge Wölfin "Marie" (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel, welche im Mai 2012 besendert wurde, hielt sich noch bis Juni 2013 in ihrem Geburtsterritorium auf. Erst im Alter von 26 Monaten verlies sie dieses und etablierte im Bereich zwischen Königswartha und der Königsbrücker Heide (Raum Rosenthal) ein eigenes Revier. Noch ist ihr Status (Rudel, Paar, residenter Einzelwolf) unklar. Fotofallenaufnahmen (selbst auslösende Kameras) legen nahe, dass sie von einem zweiten Wolf begleitet wird. "Marie" hat im Mai diesen Jahres, noch im elterlichen Territorium, Welpen geworfen.

Ob diese überlebt haben, ist bisher unklar. Bisher gibt es keine Bestätigung für die Anwesenheit von Welpen in dem neuen Rosenthaler Territorium (RT siehe Karte). In der Nacht vom 1. auf den 2. November verlor die Wölfin ihr Halsband. Ein Materialfehler hatte zum vorzeitigen Ablösen geführt. Das daraufhin ausgelöste Signal veranlasste die Wolfsforscherinnen von LUPUS zur Nachsuche, wobei das Halsband geborgen werden konnte. Vom 1.7.2013 bis zum 1.11.2013 nutzte "Marie" ein 520 km² (MCP100*) bzw. 311 km² (MCP95**) großes Gebiet.
Die im Mai 2013 besenderte Wölfin "Greta" (FT8), die Fähe des Nieskyer Rudels, nutzte bisher schwerpunktmäßig die Flächen nördlich von Niesky, wo sie dieses Jahr mindestens vier Welpen aufgezogen hat. Ihr Territorium erstreckt sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz im Norden bis etwa nach Görlitz im Süden. Auch die Königshainer Berge, südlich der A4, gehören zum Nieskyer Territorium. Da die Autobahn A4 im Bereich der Königshainer Berge über mehrere Kilometer durch einen Tunnel führt, stellt sie in diesem Gebiet für Wildtiere kein Hindernis dar. Die Telemetriedaten haben zudem gezeigt, dass das Nieskyer Rudel die Krebaer Heide nun für sich beansprucht. Dieses Gebiet gehörte jahrelang zum Territorium des Nochtener Rudels. Dagegen scheint der Biehainer Forst östlich von Niesky nicht zum Nieskyer Territorium zu gehören. Die hier im Winter eingesammelten Genetikproben konnten den Rüden des polnischen Ruszow-Rudels zugeordnet werden, welches somit grenzübergreifend aktiv ist. Insgesamt hat das Territorium des Nieskyer Rudels bisher eine Nord-Süd-Ausdehnung von 29 km und ist 388 km² (MCP100*) bzw. 212 km² (MCP95**) groß.

WolfNTPGRZFotoCHammer2013


Die zweite im Mai 2013 besenderte Fähe "Frieda" (FT9) ist ein Nachkomme aus dem Daubaner Rudel, was nun die genetische Untersuchung ergeben hat. Sie hat nach dem Tod ihrer Mutter im Januar 2012 zusammen mit einem jungen Rüden, dessen Herkunft noch ungeklärt ist, das elterliche Territorium übernommen. Auch das Gebiet des Daubaner Rudels hat sich verschoben, was durch die Besenderung der Fähe deutlich wurde. Im Süden wurde das Daubaner Territorium durch die Neugründung des Kollmer Rudels (siehe MT5) beschnitten. Dafür erweiterten die Daubaner Wölfe ihr Territorium nach Norden und Westen. Im Norden nutzen sie nun Gebiete des Nochtener Rudels. Im Westen drang "Frieda" bis nach Königswartha in den Südteil des Milkeler Territoriums vor. Hier waren "Marie" und "Frieda" einige Zeit abwechselnd unterwegs. Seit September war "Frieda" jedoch nicht mehr in der Region, sodass vermutlich "Marie" dieses Gebiet für sich beanspruchen konnte. "Frieda" zieht dieses Jahr mindestens drei Welpen auf und nutzte bisher ein Gebiet von 358 km² (MCP100*) bzw. 249 km² (MCP95**).
Der besenderte Wolf "Timo" (MT5), ein männlicher Jungwolf aus dem Nochtener Rudel, hält sich seit Anfang des Jahres überwiegend im Gebiet der Hohen Dubrau auf. Fotofallenaufnahmen aus dem Sommer zeigen, dass er eine eigene Familie gegründet hat und dieses Jahr mindestens einen Welpen aufzieht. Die neue Wolfsfamilie erhielt die Bezeichnung "Kollmer Rudel" (KO siehe Karte).
Das von ihm seit dem 1.1.2013 genutzte Gebiet, ohne seinem Ausflug in den Daubaner Wald im März, ist mit 99 km² (MCP 100*) das Kleinste der bisher untersuchten Wolfsterritorien in Deutschland. MT5 ist nicht im Rahmen der AG "Wanderwolf" besendert worden. Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und am 7. Januar 2012 mit Halsbandsender wieder freigelassen worden.
In der sächsisch-brandenburgischen Lausitz sind derzeit vierzehn Wolfsrudel bzw. -paare (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Hohwald, Spremberg, Welzow, Zschorno, Seese, Lieberose) und ein weiteres Gebiet mit mindestens einem sesshaften Wolf nachgewiesen (Rosenthal).
Bis jetzt konnte für das Jahr 2013 im Rahmen des Wolfsmonitorings in elf Lausitzer Wolfsterritorien Reproduktion bestätigt werden: Daubitz, Niesky, Nochten, Dauban, Milkel, Kollm, Seenland, Hohwald, Königsbrück, Spremberg und Lieberose. Insgesamt konnten 43 Welpen nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um Mindestzahlen.
Ende Oktober wurden bei Obercarsdorf im Osterzgebirge sieben Schafe mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf getötet bzw. verletzt. Dies ist der erste bestätigte Beleg eines Wolfes in diesem Gebiet. Noch ist unklar ob sich dort Wölfe dauerhaft etabliert haben oder ob es sich um einen durchziehenden Wolf auf der Suche nach einem eigenen Revier handelt.

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Anfang November wurde südlich von Weißwasser ein Wolfswelpe des Nochtener Rudels überfahren. Es handelt sich dabei um einen weiblichen Welpen des aktuellen Wurfs. Während die Polizei den Unfall aufnahm näherte sich ein zweiter Wolfswelpe der Unfallstelle und zog sein totes Geschwistertier vom Straßenrand Richtung Wald. Wie die Videoaufnahme mit dem Handy des Polizeibeamten belegt, begann der zweite Wolf dann vom toten Wolf zu fressen, nachdem er die schützende Deckung erreicht hatte.. Anschließend vergrub er den Kadaver auf einem Brandschutzstreifen. Als sich Polizeibeamten dem Kadaver näherten knurrte der Wolf, zeigte aber kein aggressives Verhalten gegenüber den Beamten. Bei Ankunft der Biologen des Wildbiologischen Büro LUPUS war der Wolf nicht vor Ort, zeigte sich wenig später in der Nähe des vergrabenen Kadavers. Durch lautes Rufen ließ das Tier sich wieder verjagen. Aus anderen Ländern mit Wolfsvorkommen gibt es wenige Erfahrungen mit dem Verhalten, dass Wölfe ihre Artgenossen vergraben bzw. anfressen. Das Verhalten des zweiten Jungwolfes ist ungewöhnlich und lässt sich schwierig interpretieren. Die vermutlich starke Bindung zu seiner Schwester kann dazu geführt haben, dass der Wolf die Anwesenheit der Menschen in Kauf genommen hat um die Schwester in "Sicherheit" zu bringen. Allerdings zeigte der Wolf den Menschen gegenüber trotzdem Vorsicht und Unbehagen und kein aggressives Verhalten, wie Filmaufnahmen vor Ort belegen. Neben diesem Wolfswelpen gab es im Jahr 2013 im Januar bzw. März zwei weitere Totfunde von Wölfen.
Seit Januar 2013 wurden dem Sächsischen Wolfsmanagement bislang 28 Vorfälle mit Nutztierschäden gemeldet. Davon konnte in 19 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen 19 Fällen wurden insgesamt 44 Nutztiere getötet und sechs weitere verletzt. In 13 der 19 Fälle waren die Nutztiere nicht oder unzureichend geschützt.
Wölfe können durch wiederholte Erfahrung an unzureichend geschützten Schafen lernen, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Mit handelsüblichen, mindestens 90 cm hohen Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) oder Festkoppeln von mind. 120 cm Höhe und festem Bodenabschluss können Schaf- und Ziegenhalter ihre Tiere in den meisten Fällen effektiv schützen.

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