GuttenbergVonVerteidigungsministerCDUpresspicDer Vorwurf, Minister Guttenberg hätte seinen Doktortitel womöglich erschwindelt und seine Dissertation in wesentlichen Teilen abgeschrieben oder schreiben lassen haben soll, steht seit Tagen im Raum. Seine Universität prüft die Vorwürfe und hat eine Stellungnahme angefordert. Guttenberg selbst befindet sich derzeit in Afghanistan, seine Politkollegen in wachsender Unruhe.

Wie das mit den selbst ernannten wissenschaftlichen Ghostwritern funktioniert, oder auch nicht, zeigt Ihnen ein aktuelles Urteil des OLG Düsseldorf:

 

Werbeverbot für Ghostwriter

RA Frank Feser

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat einem Ghostwriter die Internetwerbung untersagt, er sei "einer der Marktführer" im Bereich des wissenschaftlichen Ghostwritings. Das Ghostwriting-Unternehmen könne schon deshalb nicht zu den Marktführern der Branche gehören, weil es verbotene Dienstleistungen gegen Entgelt anbiete
- nämlich Hochschulabschlussarbeiten (z. B. Dissertationen, Diplomarbeiten) zum Erwerb akademischer Grade für Dritte zu erstellen -, urteilte das Gericht. Die Entscheidung ist rechtskräftig.
(OLG Düsseldorf, Urt. v. 08.02.2011 - I-20 U 116/10 -)

Der Beklagte hatte sich nach Gerichtsangaben auf seiner Internetseite als "einer der Marktführer" des wissenschaftlichen Ghostwritings präsentiert.Er verlangte laut einer im Internet publizierten Preisliste je nach Umfang etwa für eine Dissertation zwischen 10.000 und 20.000 Euro.
Auf seiner Internetseite hatte der Beklagte zugleich darauf hingewiesen, dass sein Angebot sich nur auf wissenschaftliche Texte für Übungszwecke beziehe - die erstellten Arbeiten dürften nicht als eigene Prüfungsleistung bei einer Hochschule eingereicht werden.
Dieser Hinweis sei "ersichtlich nicht ernst gemeint", urteilte jetzt das Gericht: Es sei lebensfremd, dass jemand mehr als 10.000 Euro für einen bloßen Übungstext zahle.

Seiner Verteidigung, er habe vorab ein Strafrechtsgutachten, das ihm die Unbedenklichkeit seiner Arbeit bescheinigt, eingeholt, blieb unerhört.

Das Oberlandesgericht Köln wird in Bälde über eine weitere Klage gegen den Mit-"Marktführer" zu entscheiden haben.

 

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