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Im Test: E-Zigarette

1RechtSoLogo Am frühen Morgen des 28. Oktober 2011 befuhr mit ziemlich flottem Tempo ein Pkw Seat die Neugersdorfer Lessingstraße. Am Steuer saß der 21jährige Marko S. aus Beiersdorf. Er hatte Nachtschicht gehabt und war auf dem Heimweg. An der Einmündung in die als Hauptstraße gekennzeichnete Volksbadstraße, unmittelbar neben der Verkaufsstelle der Neugersdorfer Edelfisch GmbH,  beachtete er die Vorfahrt nicht. Dabei kam es zum Crash mit einem dort fahrenden Pkw Lada. Dieser wurde rechts vorn erfasst, in Richtung Volksbad abgedrängt, durchbrach durch die Wucht des Aufpralls den Metallzaun und kam erst kurz vor dem Wasserbecken zum Stehen. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

Er kenne diese Straße gut und halte sich stets an die Regeln, versicherte Marko S. Das sei auch an diesem Morgen so gewesen. Er sei doch kein Verkehrsrowdy. Auf keinen Fall wäre er über die gleichberechtigten Kreuzungen einfach hinweg gerast. Auch vorn habe er an der Kreuzung angehalten. Nur um besser sehen zu können, sei er etwas vor gefahren, da kam plötzlich etwas Grünes, und bevor er reagieren konnte, knallte es. Auf keinen Fall wäre er zu schnell gefahren, betonte er immer wieder.

Das allerdings stand im Widerspruch zum vorliegende Gutachten des Kfz-Sachverständigen. Für Staatsanwalt Uwe Schärig und Jugendrichter Dr. Holger Maaß als Vorsitzenden war klar, dass es vor allem der weitere Entzug seiner Fahrerlaubnis war, den der Angeklagte vermeiden wollte. Das ging auch aus den Erklärungen des Verteidigers hervor. Sein Mandant habe mit 17 die Fahrerlaubnis gemacht, sei inzwischen bereits etwa 60.000 Kilometer unfallfrei gefahren, hob er hervor. Da dieser jeden Tag von Beiersdorf noch Zittau zur Arbeit und danach wieder zurück fahren müsse, sei er auf das Auto angewiesen. Der ganze Vorfall habe Marko S. emotional tief bewegt. Das habe dieser bis zum heutigen Tag noch immer nicht ganz überwinden können. 

Er fahre selbst seit 1960 aktiv Auto und könne deshalb sehr wohl einschätzen, ob jemand mit 70 oder nur 40 Sachen an seinem Haus vorbeifährt, erklärte der 71jährige Zeuge M., nachdem der Verteidiger seine Aussagen leicht in Zweifel gezogen hatte. So wie der Angeklagte sei selten jemand hier entlang gerast. Als Anwohner beobachte er den Straßenverkehr sehr genau, auch morgens, 6 Uhr, weil man dabei immer etwas für das eigene Verhalten lernen könne.

Wie dem auch sei, Dipl.-Ing. Lothar Lange, der mit diesem Fall beauftragte Kfz-Sachverständige der DEKRA Bautzen, bestätigte jedenfalls erneut seine schon im Gutachten gemachte Aussage, dass  die Geschwindigkeit beider Fahrzeuge bei der Kollision mindestens 40 Stundenkilometer betragen haben muss. Das gehe auch aus der Tatsache hervor, dass sich beim Seat des Angeklagten infolge des Zusammenstoßes beide Airbags aufgeblasen hatten. Während die Wucht sich beim auf der Hauptstraße fahrenden Lada in Bewegungsenergie umwandelte, geschah dies beim Pkw des Unfallverursachers als größerer Sachschaden. Marko S. hatte zuvor ausgesagt, er sei nach dem kurzen Halt gerade mit 20 bis 25 km/h angefahren.

Die Beweisaufnahme habe die Schuld des Angeklagten bestätigt, stellte der Staatsanwalt fest. Es gehe bei ihm natürlich nicht um einen Verkehrsrowdy. Bei dessen Vergehen handele es sich vielmehr um eine grobe Rücksichtslosigkeit. Die Aussagen des Zeugen erschienen ihm durchaus glaubhaft, ohne um konkrete Geschwindigkeiten zu feilschen. Und er stellte klar: Auch Fahrlässigkeit ist strafbar. Er stimmte mit dem Gutachter überein, dass der Unfall vermeidbar war. 

Unter Berücksichtigung des halbherzigen Geständnisses, der nur materiellen, nicht aber gesundheitlichen Folgen und der bisher sauberen Akte des Angeklagten beantragte er eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 30 Euro und ein Fahrverbot für drei Monate. Obwohl er noch immer an den Wahrnehmungen des Zeugen zweifelte, schloss sich der Verteidiger im Wesentlichen dem Staatsanwalt an. Er akzeptierte auch die Geldstrafe, sah aber ein weiteres Fahrverbot als ungerechtfertigt an. Das Urteil lautete schließlich: Geldstrafe in Höhe von 45 Tagessätzen zu je 30 Euro und Entzug der Fahrerlaubnis für zwei Monate. Da diese aber bereits vom Tag des Unfalls bis Ende November 2011 bei der Polizei und seit 9. März bis zur Hauptverhandlung bei den Akten lag, hatte sich dieser Punkt bereits erledigt. Marko S. konnte sie also erleichtert wieder vom Vorsitzenden in Empfang nehmen. Da er außerdem das Urteil sofort annahm, ist dieses bereits rechtskräftig. 

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