RechtSoLogo Mit einem Freispruch endete das kürzliche Hauptverfahren gegen den 30jährigen Oppacher Robert H. wegen Fischwilderei vor dem Amtsgericht Löbau. Ihm wurde zur Last gelegt, am Nachmittag des 30.März am Bräueteich in der Ortschaft Beiersdorf mit zwei Freunden geangelt zu haben, obwohl er nicht im Besitz eines Fischereischeines bzw. einer Tageskarte war.
Damit habe er das Fischereirecht des für dieses Gewässer zuständigen Anglerverbandes „Elbflorenz“ verletzt, hieß es in der Anklageschrift. 
Allerdings waren die beiden Freunde Vereinsmitglieder und deshalb durchaus hier zum Angeln berechtigt. Auch der Angeklagte hatte nach seinen Aussagen ein solches Papier besessen, das ihm aber vor einiger Zeit – genau wie Personalausweis, Fahrerlaubnis usw. –  durch  den Diebstahl seiner Brieftasche abhanden gekommen war.

Für den kontrollierenden Zeugen M. zählte das aber als „Ausrede“ nicht, obwohl der Angeklagte die Bescheinigung seitens des Landratsamtes mitsamt der von diesem ausgefertigten Behelfsdokumente vorzeigen konnte. Aber das betraf natürlich nicht den Angelschein.

Es verwunderte auch etwas, dass der Kontrolleur sich jetzt während der Verhandlung gar nicht mehr sicher war, ob hier tatsächlich drei oder nur zwei junge Männer geangelt hatten. Auch die Anzahl der im Wasser liegenden Angeln wusste er nicht mehr genau.

Fakt ist, dass jeder Berechtigte gleichzeitig zwei Angeln auswerfen kann. Nach Aussagen des Zeugen Sch. hatten sowohl er als auch der dritte im Bunde dieses Recht wahrgenommen. Wie könne man also, seinen Freund einfach anklagen, obwohl er ja nur neben der ihm nicht gehörenden Angel gestanden habe?

Das schien einleuchtend; und die Unsicherheiten des anfangs natürlich von seinem Recht überzeugten Kontrolleurs gerieten ins Wanken. Hinzu kam, dass der Staatsanwalt erklärte, er kenne die örtlichen Gegebenheiten. Der Teich sei bei weitem nicht so groß, dass man sich nicht an einen dritten Angler, selbst wenn der etwas abseits stand, hätte erinnern können oder müssen, bevor man gegen jemand leichtfertig eine Anklage erstattet.

Rein rechtlich gesehen, stand nun Aussage gegen Aussage, wobei die des Angeklagten durch den Zeugen Sch. unterstützt wurde. Wie erwartet, beantragte nun der Staatsanwalt, den Angeklagten frei zu sprechen. Dem schloss sich das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Keßelring erwartungsgemäß an.    

Share Button