1RechtSoLogo In der Strafsache gegen den 29jährigen Oppacher Stefan I. traf das Amtsgericht Löbau unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Keßelring kürzlich die eigentlich etwas ungewöhnliche Entscheidung, trotz Abwesenheit des Angeklagten ein Urteil zu fällen.
Der wegen Bedrohung mittels eines anonymen Briefes mit entsprechendem Inhalt angeklagte junge Mann hatte bereits vor geraumer Zeit per Gerichtsbeschluss einen Strafbefehl erhalten, gegen den er Widerspruch einlegte. Das Problem an der ganzen Sache lag darin, dass er bereits am 6. November zum Hauptverfahren in dieser Sache erscheinen sollte, aber kurzfristig anrief und mitteilte, er sei wegen Magen-Darm-Beschwerden krank geschrieben und mindestens drei Tage nicht verhandlungsfähig.

Er habe Fieber und Krämpfe. Außerdem stehe ihm ein Krankenhausaufenthalt unmittelbar bevor. Das sei für ihn typisch, erklärte die Polizeibeamtin des Oberlandreviers Seifhennersdorf, welche die Ermittlungen in dieser Sache geführt hatte. Auch im Zuge der von ihr geführten Untersuchungen habe er immer wieder durch Abwesenheit geglänzt und sich kurz danach unter fadenscheinigen Gründen dafür entschuldigen wollen. Sei er aber tatsächlich einmal erschienen, habe er sich überheblich, arrogant und regelrecht „dummfrech“ gezeigt.
Der Mann sei für seine Streitsucht gegenüber den Leuten im Dorf hinlänglich bekannt, bestätigte ein weiterer, ebenfalls in Oppach wohnender Beamter des Reviers. Für das Protokoll stellte Dr. Keßelring fest, dass der Angeklagte am 8. November ordnungs- und fristgemäß zur Hauptverhandlung geladen war. Ein neues ärztliches Attest über seine derzeitige Verhandlungsunfähigkeit liege dem Gericht nicht vor. Im Einverständnis mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft erging am Ende das Urteil: „Der Einspruch des nicht erschienenen Angeklagten bezüglich des gegen ihn ergangenen Strafbefehls wird abgewiesen.“

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