1RechtSoLogo Einen etwas unsicheren Eindruck machte der 54jährige Löbauer Hans-Dieter H. a1s er sich kürzlich wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr vor dem hiesigen Amtsgericht verantworten musste. Er war am 17.Juli diesen Jahres, gegen 18:15 Uhr, an der Laubaer Straße von der Polizei aufgegriffen und kontrolliert worden, da er mit seinem Fahrrad den Beamten sehr unsicher erschien. Die daraufhin erfolgte Kontrolle des Alkoholspiegels ergab einen Mittelwert von 2,32 Promille.
Er sei ja aber immer nur auf dem Radweg gefahren, versicherte der Angeklagte. Aber dieser war seiner Meinung nach so schlecht, dass er teilweise absteigen und laufen musste. Sein Ziel war die Gartenanlage „Morgenrot“, die er allerdings durch das Eingreifen der Polizei nicht erreichte.

Ja, natürlich sei das ein Fehler gewesen, räumte er ein. Allerdings war es nicht ganz einfach, ihm einige verwertbare Aussagen zu entlocken, was wohl weniger an seiner angezeigten Schwerhörigkeit als vielmehr an seinem Gesamtzustand lag. So beantwortete seine im Zuschauerraum anwesende Lebensgefährtin für ihn ein Großteil der von der Staatsanwältin und dem Vorsitzenden, Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Keßelring, gestellten Fragen.

Der Angeklagte sei sehr wohl gefahren und habe sei Fahrrad nicht geschoben, erklärte die als Zeugin geladene Polizeibeamtin. Er sei aber trotz seiner Alkoholisierung sehr freundlich gewesen und habe alle Weisungen widerspruchslos befolgt.

Der vom Vorsitzenden verlesene ärztliche Befund bezüglich der Blutabnahme besagte übrigens, dass es im Verhalten von Hans-Dieter H. zur Zeit seines Aufgriffs keine nennenswerte Ausfälle gegeben hatte. Das schließe auf regelmäßigen hohen Alkoholgenuss oder gar Missbrauch, schloss er daraus. Und das war durchaus begründet. Leider handelte es sich nämlich bei dem Angeklagten keineswegs um ein sogenanntes „unbeschriebenes Blatt“.

Immerhin standen im ihn betreffenden Auszug aus dem Bundeszentralregister bereits elf Vorstrafen zu Buche. Die Palette reichte von Körperverletzung über Fahren ohne Fahrerlaubnis, gemeinschaftlichem Diebstahl und Verletzung der Unterhaltspflicht bis hin zu eben dieser Trunkenheit im Verkehr. Im Ergebnis als dieser Vorstrafen hatte er auch bereits mehrere Gefängnisstrafen abgesessen.

Wie es denn nun mit ihm weitergehen solle, fragte die Staatsanwältin. Auf jeden Fall bitte er darum, nicht wieder in den Knast zu müssen, sagte der Angeklagte. Eine Geldstrafe werde er sicher akzeptieren. So sah es auch die Staatsanwältin und beantragte eine Strafe von 45 Tagessätzen zu je zehn Euro. Das Gericht zeigte noch etwas mehr Milde. Es verurteilte ihn zu 30 Tagessätzen á zehn Euro. Auf dem Fahrradweg sei trotz der Trunkenheit des Angeklagten eine relativ geringe Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer von ihm ausgegangen, erklärte Dr. Keßelring. Im Übrigen habe er eine völlig andere Lebensauffassung, wie man es allgemein erwarte. Aber das könne man wohl hier nicht ändern.

Share Button