1RechtSoLogo Körperverletzung legte das  Amtsgericht der Zittauerin Teresa L. zur Last. Mitte Januar vergangenen Jahres soll die 23-Jährige laut Anklage ihren damaligen Lebensgefährden in dessen Großschönauer Wohnung unter starkem Alkoholeinfluss mit dem Knie ins Gesicht gestoßen haben. Infolgedessen erlitt dieser starke Prellungen im Gesicht, und ein Schneidezahn lockerte sich. Daraufhin stellte er Strafanzeige.
Gleich nach Verlesen der Anklageschrift legte die junge Frau mit Tränen in den Augen und belegter Stimme ein umfassendes Geständnis ab. Unmittelbar nachdem sie den weit älteren geschiedenen Mann kennenlernte, sei sie mit ihrer inzwischen vierjährigen Tochter zu ihm in seine Großschönauer Wohnung gezogen, erklärte sie. Vielleicht war dieser Schritt aus heutiger Sicht übereilt. In jedem Falle hätten sich bei ihr Probleme angehäuft, über die sie mit ihm nicht reden konnte, da er ja in drei Schichten arbeitete und beide somit kaum einmal zusammen eine ruhige Zeit gemeinsam verbringen konnten.

Hinzu kam, dass sie schon immer dem Alkohol nicht gerade abgeneigt war. Sie habe sich überfordert gefühlt, sagte sie im Verlaufe der Hauptverhandlung. Unzufriedenheit und aufgestaute Wut waren schließlich ausschlaggebend dafür, dass sie wieder mehr zur Flasche griff als vorher. Zu einer Aussprache hatte sie nie den Mut gefunden. Der Streit eskalierte schließlich am 40. Geburtstag ihres Lebensgefährdens.
Er habe selbst gar nicht so sehr auf sie geachtet, sagte dieser nun als Zeuge. Es waren ein paar Kumpels da, und da wurde natürlich was getrunken. Am nächsten Tag wollten beide übrigens nach Hamburg zu einer Musical-Aufführung fahren, und darüber sprach man, als die anderen weg waren. Schließlich kam es im Laufe des Gesprächs zum Streit über völlig belanglose Dinge. Dann sei sie auf ihn zu gekommen, und er habe zuerst gedacht, sie wolle sich entschuldigen, aber dann stieß sie plötzlich mit dem Knie zu. Die Angeklagte zog sich dann für ein paar Wochen zu einem Bekannten zurück.
Aufgrund ihrer massiven Alkoholprobleme hatte ihr übrigens das Jugendamt ihr Töchterchen bis auf weiteres weggenommen. Inzwischen war sie dann reumütig wieder zum Geschädigten zurückgekehrt. Im Juli trat sie dann in Sachsen-Anhalt eine Reha in der Suchtklinik an. Da diese offensichtlich erfolgversprechend schien, bekam sie sogar im Oktober ihre Tochter dort hin. Sie sei sich inzwischen längst dessen bewusst, was sie mit ihrer Trunksucht angerichtet hat, bekannte die Angeklagte. Nun werde sie weiter kämpfen, damit so etwas nicht wieder passiert. Auch der Geschädigte hat ihr inzwischen längst verziehen und zog schon vor geraumer Zeit seine Strafanzeige zurück. Er habe das damals nur gemacht, um ihr ein für alle Mal zu zeigen, dass es so einfach nicht weitergehen könne, sagte er. Inzwischen leben beide ohne weitere Zwischenfälle wieder zusammen.
Im Hinblick auf diese positive Entwicklung regte der Vorsitzende, Richter Kai Ronsdorf, an, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Mit Einverständnis des Staatsanwaltes und aller Beteiligten erging ein entsprechender Beschluss.

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