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Haftet der Tierpark Chemnitz gegenüber einem Tierarzt für die Panikreaktion seiner Straußenhenne? Um diese Frage geht es morgen beim Oberlandesgericht Dresden. (Az: 4 U 1654/12, 13.00 Uhr, Saal 2.5)
Die Stadt Chemnitz hatte Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Chemnitz eingelegt. Dieses hatte die Stadt verurteilt, die Hälfte der Reparaturkosten für ein mobiles Röntgengerät zu übernehmen, insgesamt 3537,50 Euro. Das Gerät war beschädigt worden, als der Tierarzt das Tier röntgen wollte, dieses aber mit den Flügeln geschlagen hatte.
Das Landgericht vertrat in der angefochtenen Entscheidung die Ansicht, dass die Kläger von der Beklagten Ersatz des hälftigen (Netto-)Schadens verlangen könnten. Die Ersatzpflicht der Beklagten sei nicht eingeschränkt, da die Straußenhenne kein Haustier sei.
Auch hätten die Kläger nicht aufgrund des Behandlungsvertrages als Tieraufseher selbst für die verwirklichte Tiergefahr einzustehen. Die Kläger müssten sich jedoch ein hälftiges Mitverschulden anrechnen lassen, weil es ihnen oblegen hätte, die Straußenhenne vor dem Anheben mit der Seilwinde zu fixieren oder zu sedieren. Aber auch die Tierparkmitarbeiter hätten auf ein Ruhigstellen des Vogels hinwirken müssen. 

Hiergegen wendet sich die Beklagte. Die Straußenhenne sei als Haustier i.S. § 833 S. 2 BGB anzusehen, da sie der Erwerbstätigkeit der Beklagten diene. Schon deshalb entfalle eine Ersatzpflicht. Im Übrigen habe sich gerade keine typische Tiergefahr verwirklicht, als der Vogel mittels Seilwinde in eine Zwangshaltung gebracht worden sei. Die Tierparkmitarbeiter, die sich auf die Expertise des Klägers zu 1) hätten verlassen dürfen, hätten nicht auf eine Ruhigstellung des Tieres hinwirken müssen. Sie treffe daher kein Mitverschulden. Jedenfalls sei der Kläger zumindest für die Dauer der Behandlung Tieraufseher im Sinne von § 834 BGB und daher selbst für den Schaden verantwortlich.

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