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Im Test: E-Zigarette

1RechtSoLogo Eigentlich stammt der 20jährige Löbauer Fernando K. aus Zittau. Deshalb ist es auch keineswegs ungewöhnlich, dass er mehrmals seine körperbehinderten Mutter, sie sitzt im Rollstuhl, besucht – besonders nach dem Tod des Vaters. So geschehen auch im Mai vergangenen Jahres.
Allerdings nutzen beide damals diese Gelegenheit, um in einer beiden der Zittauer Kaufland-Filialen "bargeldlos" einzukaufen. So ließen sie dort Drogerieartikel im Wert von nicht einmal 17 Euro mitgehen, und wurden dabei erwischt. Deshalb hatte sich der bereits mehrfach straffällige junge Mann nun vor dem Jugendrichter an der Löbauer Zweigstelle des Amtsgerichts Zittau zu verantworten.
Mit einem verlegenen Grinsen, das für ihn typisch zu sein scheint, erklärte er, dass alles so gewesen sei, wie es ihm die Staatsanwältin in der Anklageschrift zur Last gelegt hatte.
Es ging bei der bescheidenen Diebesbeute um Parfüm, das für seine damalige Freundin gedacht war. Bereits einen Tag nach dem Vorfall habe er die 100 Euro Fangprämie bezahlt und sich bei der Geschäftsleitung entschuldigt.

Fünf Eintragungen weist der Auszug aus dem Bundeszentralregister bereits für den Angeklagten aus. Diese reichen von vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen über Beihilfe zur Leistungserschleichung bis hin zu Sachbeschädigung und Anstiftung zum Diebstahl.
Der damaligen Hauptverhandlung im November 2011 lagen zwei Anklageschriften zugrunde. Alles endete mit einem Täter-Opfer-Ausgleich, verbunden mit gewissen Auflagen. Allerdings hatte er sich an diese nie gehalten. Deshalb verbüßte er schließlich zweimal einen je zweiwöchentlichen Jugendarrest. Der letzte endete erst 14 Tage nach der nun zur Verhandlung stehenden neuen Straftat.
Mehr als ungünstig sei das familiäre Milieu gewesen, in dem der Angeklagte aufwuchs, erklärte die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe. Deshalb wechselte er in seiner Kindheit und Jugend zwischen der Zittauer „Friedrich-Fröbel-Sonderschule“ und den Kinderheimen in Herwigsdorf und Hainewalde hin und her. Hier ging es zuerst um Tagesbetreuung, die später in einen stationären Aufenthalt umgewandelt wurde. Grund dafür war, dass es oft auch innerhalb der Familie ernste Konflikte bis zu körperlichen Auseinandersetzungen mit dem inzwischen verstorbenen Vater gab.
Mit der Volljährigkeit bekam Fernando K. dann in Löbau eine eigene Wohnung. Das änderte allerdings nichts an seinem Lebenswandel. Weiterhin dachte er nicht daran, die Auflagen des Gerichts zu erfüllen oder Termine mit seiner Betreuerin wahrzunehmen.
Erhebliche Reifendefizite als auch deutlich spürbare Neigungen zur Gewaltbereitschaft wurden ihm bestätigt. Bezeichnend war auch seine während der Hauptverhandlung immer wieder geäußerte Bemerkung, er freue sich schon darauf, dass sein Schwager, der gegenwärtig in der JVA Bautzen eine Haftstrafe absitzt, endlich entlassen werde. Dann habe er wieder einen echten Freund mehr.
Als Fazit erfolgte der Vorschlag, den Angeklagten in eine Reha-Maßnahme zu vermitteln, ihm aber trotzdem eine Jugendstrafe zur Bewährung aufzuerlegen, verbunden mit einer gewissen Anzahl von Arbeitsstunden.
Für die Staatsanwältin war aufgrund des Geständnisses der Sachverhalt bewiesen. Unter Einbeziehung des Urteils von 2011 beantragte sie, den Angeklagten zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung auf zwei Jahre, zu verurteilen. Als Auflage solle er drei Monate lang wöchentlich 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Dem schloss sich das Gericht unter Vorsitz von Dr. Holger Maaß an. Dieser versäumte es auch nicht, den Verurteilten noch einmal auf den gefährlichen Umgang mit seinem aktuellen Bekanntenkreis hinzuweisen. Einer aus dem Dreiergespann war erst in der Woche vorher zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Es sei durchaus denkbar, dass er dem bald nachfolgen könne, erklärte der Richter. Ob diese Warnung bei dem jungen Mann auf fruchtbaren Boden fallen wird, muss nun die Zukunft zeigen.

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