1RechtSoLogoIllegaler Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln
waren der Grund dafür, dass sich die junge Zittauerin Fanny X., ihr Lebensgefährte und Vater des gemeinsamen Kleinkindes Marten X. und deren Freund Marco X., alle drei noch keine 30 Jahre alt, vor dem Schöffengericht am  hiesigen Amtsgericht verantworten mussten. Dem Trio wurde vorgeworfen, im vergangenen Jahr dreimal in der damaligen gemeinsamen Wohnung an der Großschönauer Hauptstraße von der Polizei kontrolliert worden zu sein, wobei die Beamten in jedem Falle fündig wurden.

Immer fanden sie Cannabis bzw. Marihuana in getrockneter Form, verpackt in Beutel und Tütchen verschiedener Größen entsprechend der Menge. Auch mehrere Feinwaagen und weiteres Zubehör wurden sichergestellt. Das legte natürlich den Verdacht nahe, dass die Drogen zum Weiterverkauf vorbereitet wurden.

Während es sich zweimal um geringere Mengen handelte, war das einmal mit mehr als einem Kilo schon nicht mehr der Fall. Außerdem wurden fand die Polizei auch jeweils in der Wohnung bzw. einem beleuchteten Zelt aufgezogene Pflanzen.

Alle drei Angeklagten räumten nach Verlesen der Anklageschrift den unerlaubten Besitz der Betäubungsmittel ein, wiesen aber die Verkaufsabsichten weit von sich. Alles sei nur für den eigenen Konsum vorgesehen gewesen, erklärten sie übereinstimmend.

Aufgeflogen war die ganze Sache durch einen Hausmitbewohner. Ihm sei der unangenehme und auch undefinierbare Geruch im Haus aufgefallen, sagte er jetzt als Zeuge. Mehrfach hätten die jungen Leute auch gleichaltrige, ihm unbekannte Gäste gehabt. Dabei sei es mitunter bis in die späte Nacht hinein über Gebühr laut zugegangen. Mehrfach stellte er fest, dass sich insbesondere die junge Frau auch im Treppenhaus in einem rauchsähnlichen Zustand befand.

Alle drei Angeklagten versicherten übrigens, dass sie bereits seit Ende vergangenen Jahres clean seien, einfach so aus eigener Kraft, aber an regelmäßigen Beratungen beim Verein "Come back" teilnehmen. Entsprechende schriftliche Bestätigungen hatten die Verteidiger selbstverständlich sofort zur Hand. Inzwischen wohnen alle drei samt Baby in einer WG in der Zittauer Innenstadt. Eine Adresse, die dem Vorsitzenden, Richter Kai Ronsdorf, irgendwie von früheren ähnlichen Fällen recht bekannt zu sein schien.

Während die junge Mutter bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung trat, waren Marco J. und Marten R. bereits im Oktober 2011 wegen einschlägiger Delikte zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren bzw. einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Damals ging es ebenfalls um den Besitz von Marihuana, Anbau von Hanfpflanzen und zusätzlich um Crystal.

Weiterhin fand die Polizei 1.160 Euro Bargeld, die zur weiteren Aufzucht verwendet werden sollten. Damals waren die beiden Angeklagten in Berufung gegangen, hatten diese aber schließlich zurück genommen, so dass die Verurteilung seit April 2012 rechtskräftig war.

Für Staatsanwältin Heike Korowiak war der Fall im Wesentlichen klar. Ob nun wirklich Handel getrieben wurde oder nicht, mache keinen großen Unterschied, da beide Delikte unter die gleiche Tatziffer fallen. Zu berücksichtigen sei aber die nicht geringe Menge im zweiten Fall. Sie beantragte für die beiden unter Bewährung stehenden Angeklagten Freiheitsstrafen von jeweils drei Jahren und acht Monaten, sowie für die bisher nicht vorbestrafte junge Frau ein Jahr und zehn Monate, ausgesetzt zur Bewährung auf drei Jahre.

Damit stieß sie offensichtlich auf heftiges Unverständnis der vier Verteidiger. Man könne doch den jungen Menschen, deren Abkehr von der Sucht nun schriftlich nachgewiesen sei und die inzwischen Arbeit gefunden hätten, nicht durch ein solches Urteil die weitere Zukunft verbauen, lautete der allgemeine Tenor. Man solle doch vernünftigerweise über eine erneute Bewährung als letzte Chance nachdenken. Nur so könne das Gericht seiner Verantwortung für den weiteren Lebensweg der drei Angeklagten gerecht werden.

Richter Ronsdorf allerdings ließ sich von solchen Argumenten nicht beeinflussen und schloss sich im Urteil voll den Anträgen der Staatsanwältin an. Selbst unter dem Aspekt, dass sie bereits im Alter von etwa 15 Jahren mit dem Drogenkonsum begannen, hätten sie jederzeit damit aufhören können, sagte er in der Urteilsbegründung. Spätestens nach der ersten und erst recht nach der zweiten Haussuchung durch die Polizei wäre allerhöchste Zeit gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen. Aber nein, es wurde fröhlich weitergemacht. Insbesondere die beiden Männer hätten bereits gewusst, was ihnen blüht, wenn sie seine mahnenden Worte aus der damaligen Hauptverhandlung nicht beherzigen. Die Chance zur Bewährung war da, wurde aber nicht genutzt. Nun müssen sie die Konsequenzen tragen.

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