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Im Test: E-Zigarette

Gerichts Bericht Erstattung

Nachdem bereits im vergangenen Monat der 30jährige Marcel F., Vertreter der Stufe zwei in der Oberlausitzer Drogenszene, vom Schöffengericht am Amtsgericht Löbau wegen insgesamt 139 Drogendelikten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt wurde, befasste sich dieses Gremium unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Keßelring nun erneut mit der Trockenlegung des wohl größten Drogensumpfes, den es in der Gegenwart im Oberlausitzer Raum und darüber hinaus gab.

Diesmal hatte sich die ehemalige Freundin des bereits gesondert abgeurteilten Kopfes der Bande, Norbert E., die 26jährige Löbauerin Kathrin H., für immerhin 66 derartige Straftaten zu verantworten. Dabei handelte es sich in erster Linie um 60 Fälle des unerlaubten Erwerbs von je 0,2 Gramm Crystal für den Eigenbedarf zwischen 2006 und 2008. In zwei Fällen hatte sie im Juli 2007 auf Weisung ihres damaligen Freundes je zehn Gramm Crystal an ihren langjährigen Bekannten Robert D. verkauft.


Mit diesem Schachzug wollte E. sie bewusst in seine Machenschaften einbeziehen, um sie davon abzuschrecken, dass sie ihn anzeigt oder vor anderen etwas über seinen gewerbsmäßigen Handel mit Drogen ausplaudert. Per Handy hatte sie außerdem am 18. Dezember 2008 bei der Vermittlung von geplanten Verkaufsverhandlungen geholfen, die aber platzten. Damals ging es um zwei Kilo Haschisch.


Schließlich reiste sie mit dem E. mehrmals gemeinsam nach Tschechien, wo auf einem Rumburker Lidl-Parkplatz Drogen übernommen wurden. Mindestens zweimal steckte ihr der E. das entsprechende Tütchen zu, was sie dann während des Grenzübertritts am Körper bzw. in ihrer Kleidung versteckte. Zurück in Deutschland nahm der E. den Stoff wieder an sich.


Auffällig bei der Hauptverhandlung war, dass die junge Frau von Anfang an bemüht war, reinen Tisch zu machen. Sie legte ein derart umfassendes Geständnis ab, dass das Gericht zumindest auf die Vernehmung des aus der JVA Görlitz geholten Zeugen E. verzichten konnte.


Im Januar 2009 hatte die bisher durch E. leicht zu beeinflussende Angeklagte endlich begriffen, dass es so nicht weitergehen konnte. Sie begab sich wegen ihres bisherigen langjährigen Drogenkonsums, der nach ihren Angaben zwar nicht intensiv, aber relativ regelmäßig war, in eine teilstationäre Therapie im Sächsischen Fachkrankenhaus Großschweidnitz. Dem schloss sich ein freiwilliges Kompetenztraining an. Seit dieser Zeit sei sie hundertprozentig clean, versicherte sie.


Auch versuche sie nun, sich durch einem baldigen Umzug zu ihrer jüngeren Schwester endgültig vom bisherigen Bekanntenkreis, der sie letztlich in diesen Strudel gerissen hatte, zu lösen. Außerdem wies der Auszug aus dem Bundeszentralregister keine Eintragungen über bisherige Straftaten aus. All diese positiven Aspekte wusste der Staatsanwalt sehr wohl zu würdigen, beantragte aber trotz allem eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung und verbunden mit der Auflage, gemeinnützige Arbeitsstunden abzuleisten. Dem schloss sich die Verteidigerin prinzipiell an, beantragte allerdings ein Strafmaß von maximal einem Jahr auf Bewährung.


Nach intensiver Beratung fällte das Schöffengericht folgendes Urteil: Die Angeklagte wurde schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Diese wurde zur Bewährung auf zwei Jahre und sechs Monate ausgesetzt. Als Auflage hat sie 210 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Sowohl die Angeklagte als auch ihre Verteidigerin erklärten noch im Gerichtssaal, sie nehmen das Urteil an. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft gab dazu vorerst keine Erklärung ab.

 

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