Richterhammer Im Namen...Betrug oder gar arglistige Täuschung wurde dem Strahwalder Autohändler Silvio J. vorgeworfen, als er sich dieser Tage vor dem Amtsgericht Löbau zu verantworten hatte. Das ganze war etwas kompliziert.
Im Klartext ging es um einen gebrauchten Pkw Škoda Fabia, den der Angeklagte im Juni 2008 preisgünstig erworben hatte und über das Internet zum Weiterverkauf anbot. Ihm sei dabei nur bekannt gewesen, dass an dem Wagen schon ein Kotflügel und die vordere Stoßstange ausgetauscht worden, versicherte seine Verteidigerin. Dass die Vorbesitzerin dieses Fahrzeuges in Wirklichkeit einen schweren Unfall mit Totalschaden hatte, wusste er angeblich beim Aufkauf nicht.

Die ersten interessierten Käufer waren Vater und Sohn P. Und für 7.900 Euro wurde der Kauf im September perfekt gemacht. Auch sie wurden nur über den Austausch der o. g. beiden Teile informiert. Einen Monat später habe man beim Fahren immer wieder Nebengeräusche festgestellt, erklärte der Sohn als Zeuge. Deshalb sei man zur Werkstatt gefahren, um diese Mängel abstellen zu lassen. Ein dort anwesender Gutachter habe bei der Rückkehr darauf hingewiesen, dass es sich aufgrund der für ihn sichtbaren Spuren umfangreicher Reparaturen wie Schweißnähte im Motorraum u. ä. nur um ein Unfallfahrzeug handeln könne.

Mehrere Telefonate, einschließlich Rücksprachen mit der ursprünglichen Besitzerin folgten. Diese räumte den Unfallschaden ein. Daraufhin bot der Angeklagte an, das Auto zurück zu nehmen und den vollen Kaufpreis zurück zu erstatten. Das sei daraufhin auch Ende Oktober 2008 umgehend geschehen, erklärte der Zeuge P. Wieder stand nun der Škoda zum Verkauf im Internet.

Nächster Interessent war ein Autohaus in Neustadt an der Donau, das eine interessierte Kundin hatte. Alle Verkaufsverhandlungen erfolgten zunächst telefonisch. Das sei in solchen Fällen durchaus üblich, versicherten beide Partner während der Hauptverhandlung. Dabei verringerte sich der ursprünglich geforderte Preis von 7.200 Euro auf 6.800. Der Kauf kam zustande, ein Fahrer holte den Wagen in Strahwalde ab und fuhr zurück. Eine genauere Überprüfung oder gar Inspektion erfolgter vorher nicht. Erst nach drei Monaten meldete sich ein Anwalt im Auftrag des bayrischen Autohauses und forderte aufgrund festgestellter Mängel 1.900 Euro des Kaufpreises zurück.

Tatsache ist nunmehr, dass Silvio J. seine Vertragspartner nicht davon informierte, dass der Austausch mehrerer Teile aufgrund eines Totalschadens entstand. Andererseits befand das Gericht, dass die Käufer zwar im Vertrag beurkundeten, das Fahrzeug bei der Abholung genau untersucht zu haben, das aber in Wirklichkeit gar nicht taten. Damit, so Amtsgerichtspräsident Dr. Karl Keßelring, könne man eigentlich gar nicht mehr von einer arglistigen Täuschung ausgehen, obwohl der Verkäufer natürlich dem inzwischen bekannten Unfall hätte erwähnen müssen. Strafmildernd bewerteten alle Parteien auch die schlampige bzw. leichtsinnige Verfahrensweise bezüglich der Verkaufsverhandlungen insgesamt. Deshalb wurde das Verfahren auf Vorschlag des Gerichts und mit Einverständnis des Staatsanwalts, der Verteidigerin und des Angeklagten gegen Auflage einer Geldbuße von 500 Euro eingestellt.

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