1GerichtsBerichtErstattung

Vermehrt wurde in letzter Zeit in den Medien unserer Region über Erfolge berichtet, welche Zoll und Polizei im Kampf gegen den unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln sowie deren illegalem, meist gewinnbringendem Weiterverkauf erzielen konnten. Und die Bemühungen, diesen Sumpf Stück für Stück trocken zu legen, gehen weiter. Meist handelt es sich um mühevolle, einem Puzzle ähnelnde Kleinarbeit. Da zählt auch, wenn es sich nicht immer um einen besonders "großer Fisch" handelt, der den Drogenfahndern ins Netzt geht. So verhielt es sich wohl auch mit der 32-jährigen Mandy K. aus Löbau.

Im September vergangenen Jahres wurden bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung 0,06 Gramm Amphetamin (Crystal) sowie 3,158 Gramm der berauschenden Pflanze Salvia divinorum, auch als Zauber- oder Aztekensalbei bekannt, gefunden. Dafür hatte sich die junge Frau nun vorm Amtsgericht Löbau zu verantworten.

Das Crystal sei für den eigenen Bedarf gewesen, räumte sie gleich zu Beginn der Hauptverhandlung ein, während sie die Pflanzenteile für einen Bekannten, nämlich den als Zeugen geladenen W. aufbewahrt habe, ohne zu wissen, um was es sich da eigentlich ganz genau handelte. Auf ihre diesbezügliche Frage habe der geantwortet, das nehme er für einen "Drei-Minuten-Klansch".

Etwa drei Jahre lang sei sie in der Oberlausitzer, vornehmlich der Zittauer Drogenszene gewesen, berichtete sie. Nach diesem Vorfall habe sie die Suchtberatungsstelle von "Come back" in Löbau aufgesucht und bereits an 14 Gesprächsrunden teilgenommen. Nun unterzieht sie sich freiwillig in Görlitz einer sechs Monate dauernden ambulanten Therapie zur Entwöhnung.

In Anbetracht dieses Geständnisses, der relativ geringen Menge an aufgefundenen Drogen und der offensichtlich günstigen sozialen Prognose, regte der Staatsanwalt an, das Verfahren gegen eine angemessene Arbeitsauflage vorläufig einzustellen. Mit Einverständnis der Angeklagten und ihres Verteidigers fasste das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Keßelring einen entsprechenden Beschluss. Wenn Mandy K. bis Ende Februar 2011 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet und bis dahin auch nicht erneut strafrechtlich in Erscheinung tritt, wird das Verfahren gegen sie entgültig eingestellt.

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