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2JustizRichterhammerImNamenQuadFahrlässige Tötung wurde dem 21jährigen Löbauer Robert K. von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, weshalb er sich jetzt vorm Jugendrichter am Amtsgericht Löbau zu verantworten hatte. Im Mittelpunkt der Hauptverhandlung stand ein tragischer Verkehrsunfall, der sich am Nachmittag des 19. September vergangenen Jahres auf der S 148 in Höhe des Waldstücks "Kühler Morgen" ereignet hatte.

In der Anklageschrift stellte sich der Sachverhalt sinngemäß etwa so dar:
Gegen 17:20 Uhr befuhr der aus Richtung der Kreuzung am "Goldenen Löwen" kommende Angeklagte mit seinem Pkw Citroen die genannte Straße in Richtung Kottmarsdorf/Löbau. Er hatte gerade eine durch Bauarbeiten bedingte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h passiert und setzte nun zum Überholen an. Unmittelbar nachdem er sich auf der linken Spur befand, kam von hinten der 24jährige Alex R. mit seinem Motorrad Suzuki, um ebenfalls die zu dieser Zeit aus drei Fahrzeugen bestehende Kolonne zu überholen. Er versuchte wohl noch, zwischen dem Pkw des Angeklagten und der linken Leitplanke hindurch zu kommen, prallte mit hoher Geschwindigkeit auf beide auf und wurde so schwer verletzt, dass er unverzüglich in die Uniklinik Dresden gebracht werden musste. Hier verstarb er kurze Zeit später.

Im Mittelpunkt des Prozesses stand natürlich die Frage, ob der Unfall mit seinen schlimmen Folgen durch mehr Umsicht des Angeklagten vielleicht doch vermeidbar gewesen wäre. Darauf konzentrierte sich erwartungsgemäß auch der Vertreter der Nebenklage. Deshalb gab es von seiner Seite auch immer wieder Nachfragen während der Aussagen der beiden Kottmarsdorfer Feuerwehrleute Bernd P. und Ralf R., die mit ihrem Einsatzfahrzeug unmittelbar hinter dem Citroen des Angeklagten fuhren und somit also das Geschehen aus nächster Nähe verfolgen konnten.

Beide sagten übereinstimmend aus, dass Robert K. im Bereich der Baustelle die angezeigte Geschwindigkeitsbegrenzung exakt eingehalten habe und erst danach zum Überholen des vor im fahrenden Spitzenfahrzeuges ansetzte. Das sei aus ihrer Sicht ein völlig normaler Vorgang mit Blinken und Einordnen auf der linken Fahrbahn gewesen, bekräftigten sie. Auch für sie sei deshalb das plötzliche Auftauchen des Motorradfahrers völlig überraschend gekommen. Sie hätten plötzlich das Geräusch des schweren Motorrads neben sich gehört, und dann habe es auch schon geknallt. Als die Kollision passierte, habe sich der Citroen schon mindestens auf gleicher Höhe zum ersten Fahrzeug, also kurz vor Abschluss des Überholvorganges befunden.

Die entscheitenden Fakten kamen aber vom Kfz-Sachverständigen Gunnar Dietze, Fachabteilungsleiter der Technischen Prüfstelle und für Gerichtsgutachten der DEKRA-Niederlassung Bautzen. Nach seine Berechnungen hatte das Motorrad zum Zeitpunkt des Aufpralls auf den Pkw und die linke Leitplanke immer noch eine Geschwindigkeit von mindestens 130 km/h, obwohl dessen Fahrer wahrscheinlich aber vorher schon, als er die Gefahr erkannte, einen Bremsvorgang einleitete, der allerdings aufgrund der vorherigen Geschwindigkeit, die mindestens 160 km/h oder mehr betragen haben muss, nicht mehr ausreichte, um die Katastrophe zu verhindern. Schon zuvor hatte ein weiterer Zeuge ausgesagt, er habe gesehen, wie der Motorradfahrer mit völlig überhöhter Geschwindigkeit von einer Lücke in die andere gesprungen sei und dabei das Schlimmste befürchtet. Er habe noch zu seiner Frau gesagt, solche Fahrer würden irgendwann in den Traueranzeigen der Tageszeitung auftauchen. Wenig später kam er selbst am Unfallort an und war schockiert darüber, wie schnell sich seine Befürchtung bewahrheitet hatte.

Wenn es tatsächlich zu einem solchen Fahrverhalten kam, sei auch glaubhaft, dass der Angeklagte das Unfallopfer trotz Schulterblick usw. nicht rechtzeitig gesehen habe, sagte der Sachverständige. Dieser Argumentation folgend beantragte der Staatsanwalt nach dem Grundsatz "Im Zweifelsfalle immer zugunsten des Angeklagten" dessen Freispruch.

Anders sah es der Vertreter der Nebenklage, der zwar ebenfalls einräumte, dass man hier für den Angeklagten entscheiden müsse, diesem aber eine Mitschuld nicht absprechen wollte. Er sei überzeugt, dass Robert K. nicht die nötige Sorgfalt habe walten lassen, um den tragischen Unfall verhindern zu können. Eine Verurteilung sei also in jedem Falle angezeigt.

Von der Unschuld seines Mandanten überzeugt, nicht zuletzt im Ergebnis der Beweisaufnahme, besonders des Gutachtens, zeigte sich der Verteidiger. Erwartungsgemäß plädierte auch er auf Freispruch. So sah es auch das Gericht. Eine Vermeidbarkeit des Unfalls durch den Angeklagten sei nicht zweifelsfrei nachzuweisen, erklärte Dr. Holger Maaß, der den Vorsitz führte. Dem gegenüber stünden die Fakten aus den Zeugenaussagen und vor allem dem Gutachten. Hier spielte für ihn vor allem die weit überhöhte Geschwindigkeit des Motorrades eine entscheidende Rolle. So folgte er den Anträgen des Staatsanwaltes und der Verteidigung und entschied auf Freispruch.

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