2JustizRichterhammerImNamenQuadMit einer glimpflichen Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je vier Euro endete die Hauptverhandlung gegen den 22jährigen Eibauer Henry N. vorm Strafrichter am Amtsgericht Löbau. Er war am 10. Dezember 2009 in Seifhennersdorf nahe der Grenze gemeinsam mit dem gesondert abgeurteilten F. in eine Kontrolle geraten und hatte zwölf Gramm Marihuana mit geführt. Bereits zu Beginn des Prozesses zeigte er sich voll geständig.

Allerdings zeigte der Auszug aus dem Bundeszentralregister, den Richter Dr. Holger Maaß am Ende der Beweisaufnahme verlas, dass es sich bei dem jungen Mann keineswegs um ein unbeschriebenes Blatt handelte. Wenngleich er bisher nicht einschlägig vorbestraft war, standen doch sechs Einträge zu Buche. Der erste gar aus dem Jahre 2004, wo der Angeklagte gerade mal 15 Jahre alt war.

Die Palette seiner Straftaten reichte von Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz über Diebstähle bis hin zur Sachbeschädigung. Nachdem "Justitia" mehrmals ein Auge zugedrückt hatte, landete er dann schließlich im Jugendarrest. Dreimal hatte Henry N., der nach wie vor über keinen Hauptschul- oder anderen gültigen Abschluss verfügt, ein sogenanntes Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) begonnen, aber dieses nie bis zum Ende absolviert. Immer war es eigenes Verschulden - im Klartext: Fehlstunden und Faulheit.

Sein Antrag auf AGL II wurde nach Prüfung dieser Umstände abgelehnt. Nun liegt er seinen Eltern auf der Tasche, die ihn (noch) mit 29 Euro Taschengeld pro Woche unterstützen. Wie es denn nun mit ihm weitergehen solle, wollte der Vorsitzende wissen. Er werde zu seiner Freundin nach Ebersbach ziehen, erklärte Henry N. Allerdings, so räumte er ein, habe auch sie wieder einen schulischen noch beruflichen Abschluss und gehe z. Z. keiner geregelten Arbeit nach. Vor allem wolle er aber mit deren Hilfe versuchen, von den Drogen loszukommen, versicherte er.

Mit dem Urteil folgte das Gericht am Ende dem Plädoyer des Staatsanwaltes, der in diesem Zusammenhang versuchte, dem Angeklagten noch einmal deutlich vor Augen zu führen, dass er sich bei Nichtbeachtung der gutgemeinten Hinweise mit rasender Geschwindigkeit aus eine Haftstrafe zu bewegt.

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