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Im Test: E-Zigarette

2JustizRichterhammerImNamenQuadIn seiner Gaststätte würde wohl von jeher nicht gerade wenig getrunken, räumte der Inhaber des Löbauer "U-Boot" Dieter K. ein, und da gab es eben auch von Zeit zu Zeit einige Rangeleien. Das war offensichtlich auch dem Löbauer Amtsgericht nicht unbekannt. Allerdings traf das auch auf den Angeklagten zu. Übrigens kannte der Wirt den Vorfall, der nun Gegenstand der Hauptverhandlung gegen den 28jährigen Maik S. war, selbst nur vom Hörensagen, da er dieser Zeit für ein Jahr in der Ukraine weilte.

Doch nun zum tatsächlichen Geschehen.
Auch an jenem 14. November 2009 muss der Alkohol im "U-Boot" in reichlichem Maße geflossen sein. Leider hatte das eben auch zur Folge, dass sich fast alle der an der handgreiflichen Auseinandersetzung gegen 1:20 Uhr Beteiligten nur noch recht vage oder gar nicht mehr daran erinnern können oder wollen, was in jener Nacht tatsächlich geschah. Fakt ist allerdings, dass der junge Görlitzer mit einem unter der Jacke mitgeführten Baseballschläger um sich schlug und, nachdem ihm dieser abgenommen wurde, ein Stuhlbein abbrach um seine Attacken fortzusetzen.

"Der wollte sich an der Bar einfach selbst bedienen und nicht bezahlen", erinnerte sich der Zeuge W. "Da habe ich ihn von hinten am Kragen gepackt." Daraufhin habe sich der Angeklagte umgedreht und ihm eine mit dem Knüppel übergezogen. Alles andere wisse er nicht mehr, versicherte er, denn sein Alkoholspiegel sei zu dieser Zeit doch schon recht erheblich gewesen.

Wie das Ganze begann, wisse er auch nicht mehr genau, erklärte der Zeuge K., obwohl er damals als Bedienung hinter dem Tresen stand und somit eigentlich alles genau hätte beobachten müssen. Warum Maik S. mit einem Mal den Knüppel zog, sei ihm unerklärlich. Er habe ihm den Schläger aus der Hand gerissen und sich um den verletzten, stark betrunkenen W. gekümmert. Dann rief er den Rettungswagen und die Polizei an.

Der Zeuge F. sagte aus, dass er zu dieser Zeit im Nebenraum beim Würfeln war. Plötzlich habe er von nebenan einen Tumult gehört, deshalb ging er hinüber. Da sah er den Angeklagten mit einem abgerissenen Stuhlbein um sich schlagen. Er wusste zwar nicht, um was es ging, entschloss sich aber trotzdem dazu, einzugreifen. Dabei verletzte er sich selbst an der Hand. Das sei aber nicht auf gegen ihn gerichtete Schläge zurückzuführen, sondern darauf, dass das Stuhlbein an der Bruchstelle gesplittert war, räumte er ein.
Er ging auf das WC, um sich das Blut abzuwaschen und die Wunde mit einem Taschentuch oder so etwas zu verbinden. Als er zurück kam, sei der Angeklagte schon verschwunden gewesen. Dafür trafen Rettungswagen und Polizei ein.

Eine endgültige Klärung des damaligen Geschehens brachte auch der zweite Verhandlungstag mit neuen Zeugen nicht. Allerdings verdichtete sich der Verdacht, dass es für den Angeklagten keinen wirklichen Grund gegeben hatte, mit solchen Hilfsmitteln gewaltsam gegen andere Anwesende vorzugehen.

So erschien auch die Aussage des anfangs nicht anwesenden Zeugen Maik K., der an diesem Abend zeitweise hinter dem Tresen stand und bediente, ziemlich glaubwürdig. Er bekräftigte, dass sich der Angeklagte nicht gegen einen massiven tätlichen Angriff hätte wehren müssen, da es eine solche Bedrohung offensichtlich überhaupt nicht gab.

Aufschlussreich war das Vorstrafenregister des jungen Mannes. Hier standen nach Jugendstraftaten ab 2004 schon wieder drei Eintragungen zu Buche. 2006 wurde gerichtlich die Bereuung bis 2013 angeordnet Immer wieder war Maik M. durch Gewalttätigkeiten, auch gegenüber Polizeibeamten, auffällig und straffällig geworden.
Für den Staatsanwalt ein dringender Grund, hier etwas mehr Härte walten zu lassen. Selbst der selbstverschuldete hohe Alkoholgenuss mindere die Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht, sagte er. Davon zeuge auch der ständig mitgeführte Baseball-Schläger. Er hielt daher eine Freiheitsstrafe von einem Jahr für angemessen.

Rechtsanwalt David als Pflichtverteidiger stimmte zwar den Argumenten des Staatsanwalts und der beantragten Freiheitsstrafe zu, hielt aber sechs Monate auf Bewährung für noch möglich. Dem folgte das Gericht nicht. Es verurteilte den Angeklagten zu zehn Monaten Freiheitsentzug ohne Bewährung.

Aus seiner Sicht, so er Vorsitzende, sei eine günstige soziale Prognose nicht spürbar. Allerdings ließ Dr. Maaß in der Urteilsbegründung durchblicken, dass er mit einer Berufung seitens der Verteidigung rechne, so dass sich am Ende das Landgericht erneut mit dem Fall beschäftigen muss.

 

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