2JustizRichterhammerImNamenQuadIm Löbauer Amtsgericht war man sich schnell einig. Es handelte sich nicht gerade um einen sogenannten dicken Fisch, der den Ermittlern im Juni vergangenen Jahres ins Netz gegangen war. Natürlich soll das angesichts der zurzeit im Gange befindlichen Zerschlagung den weit gefährlicheren, über die Oberlausitz hinaus ragenden Dealernetzes keineswegs herab gemindert werden.

Strafbar hatte sich der, übrigens im Bezug auf die Anklage voll geständige Löbauer 28jährige Marcel R. in jedem Falle gemacht. Im Rahmen einer Ringfahndung war damals gegen 6:40 Uhr auch seine Wohnung an der Georgewitzer Straße kontrolliert worden. Man wurde fündig. Fünf Tütchen mit unterschiedlichen Dosen zwischen 0,1, 0,3 und 0,5 Gram Cannabis bzw. Amphetaminen - sauber abgepackt in gefalteten "Kiffertütchen" - bewarte er damals auf.

Er habe die selbst so für sich zurechtgemacht, versicherte der Angeklagte. Das habe absolut nichts damit zu tun, dass er sie in dieser Stückelung weiter verkaufen wollte. Das nämlich war die wohl doch nicht so ganz unbegründete Vermutung des Staatsanwaltes und des vorsitzenden Richters Dr. Holger Maaß.

Was er denn so den ganzen Tag als Arbeitsloser mache, wollten beide von ihm wissen. Die Antwort war: "Nichts". Erstaunlich auch, dass Marcel R. trotz seiner Erwerbslosigkeit bisher noch nie einen Antrag auf ALG II gestellt hat, sondern sich - um es deutlich auszudrücken - von seinen Eltern aushalten lässt. Er wohnt kostenlos bei ihnen, braucht nichts zum Unterhalt bzw. zur Ernährung der Familie beizutragen und erhält obendrein monatlich noch 100 Euro Taschengeld.

All das bestätigte den Staatsanwalt darin, dass seine Vermutung betreffend des Weiterverkaufs von Drogen doch nicht so ganz abwegig sein könnte. Aber das konnte eben nicht nachgewiesen werden. Eine umfassende Beweisaufnahme erübrigte sich durch das umfassende Geständnis des jungen Mannes.

Andererseits hatte er, was die strafrechtliche Seite anbelangte, bisher eine "weiße Weste". Das konnte ihm natürlich ebenso zugute gerechnet werden. In Anbetracht der sozialen Lage des Angeklagten, die nach Worten des Staatsanwaltes durchaus der eines Hartz IV-Empfängers entspricht, stellte dieser den Antrag, ihn zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je elf Euro zu verurteilen. Dem schloss sich das Gericht an.

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