2JustizRichterhammerImNamenQuadBeihilfe zum unerlaubten Weiterverkauf von Betäubungsmitteln in sechs Fällen legte das Schöffengericht in Löbau unter Vorsitz von Amtsdirektor Dr. Karl Keßelring dem 43jährigen Görlitzer Heinz E. zur Last. Im Zeitraum von Januar bis Ende April 2007 soll er als "Kurier" für seinen langjährigen Bekannten Sch. Crystal an den gesondert verurteilten Daniel S. übergeben haben. Die Mengen betrugen zweimal je 70, einmal 150 und dreimal je 50 Gramm.
Bei seinen Straftaten habe es sich um einen reinen Freundschaftsdienst unter Kumpels gehandelt, der ihm weder finanziell noch durch einen Anteil Crystal zum Eigenverbrauch vergütet wurde, versicherte der Angeklagte. Er habe sich nur deshalb dazu verleiten lassen, weil er mit Sch. schon etwa 20 Jahre befreundet war. Den Empfänger der Drogen lernte er erst jetzt kennen.

Dessen Eltern wären gegen den Kontakt zu Sch. gewesen und wollten ihn nicht in ihrem, Hause haben. Der zum bisher größten in der Oberlausitz zerschlagenen Dealerring gehörende S. war in seinem eigenen Verfahren zu drei Jahren Haft verurteilt worden, befindet sich aber inzwischen wieder auf freiem Fuße, nachdem ihm ein Teil der Strafe in der JVA Bautzen erlassen wurde.
Da sich der Angeklagte in jeder Hinsicht kooperativ und geständig zeigte, konnte sich das Gericht eine aufwendige Beweisaufnahme sparen. Aufschlussreich hinsichtlich der kriminellen Vergangenheit von Heinz E. war allerdings der verlesene Auszug aus dem Bundeszentralregister. Immerhin standen hier 18 Eintragungen zu Buche. Diese betrafen aber bisher keine einschlägigen Vorstrafen wegen ähnlicher Drogendelikte, sondern in der Masse Diebstähle in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis, Betrug, Beleidigung und versuchte Nötigung. Deshalb hatte er in der Vergangenheit bereits mehrfach die Mauern verschiedener Justizvollzugsanstalten von innen kennen lernen müssen.
Unter Abwägung aller vorliegenden Umstände, insbesondere des vollen Geständnisses und der langen, seit der Straftaten verstrichenen Zeit, in der der Angeklagte nicht erneut straffällig war, plädierte der Staatsanwalt für eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Eine Aussetzung zur Bewährung hielt er für möglich. Dem schloss sich der Verteidiger ohne Vorbehalte an.
Nach kurzer Beratung verurteilte das Schöffengericht Heinz E. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, ausgesetzt zur Bewährung auf zwei und ein halbes Jahr. Außerdem wird er für ein Jahr einem Bewährungshelfer unterstellt und hat 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Noch im Gerichtssaal erklärten der Verteidiger und sein Mandant, sie nehmen das Urteil an.

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