Zukunftperspektiven am Burgteich
Mit dem "Tag der offenen Tür" eröffnete die "Schule am Burgteich" den Reigen der Zittauer Mittelschulen, die sich rechtzeitig in Vorbereitung des kommenden Schuljahres vor allem den Eltern präsentieren, deren Sprösslinge vor einem Wechsel stehen. Gleichzeitig ist dieser Vormittag traditionell mit einem Berufemarkt für künftige Schulabgänger und somit Lehrstellenanwärter verbunden. Das Interesse war groß. 
Schulleiterin Veronika Kushmann und ihr Lehrerkollegium hatten alle Register gezogen, um den großen und kleinen Besuchern die gesamte Angebotsbreite ihrer Unesco-Projekt-Schule zu unterbreiten. Auffällig war, dass dabei auch eine große Anzahl der Burgteichschüler aktiv mit einbezogen wurde. Das bezog sich nicht nur auf die flotten Klänge der Bläsergruppe, sondern auch auf Führungen, Erklärungen, Vorführung von Experimenten bis hin zur Bewirtung.

"Wir hatten eine Einladung von der Schule bekommen", erzählte Anja Hauser aus Olbersdorf, die sich gerade mit ihrer Tochter Hermine von Beratungslehrerin Ingrid Thomas die Möglichkeiten der Lernwerkstatt erklären lässt. Die Neunjährige selbst interessierte sich vor allem für die Angebote im musikalischen und künstlerischen Bereich. Da wurden sie natürlich im Fachraum für Kunsterziehung schnell fündig.
In dieses Gebiet fällt auch das Ganztagsangebot Puppenbau/Puppenspiel, das von Brita Stern vorgeführt wurde. "Mit allen Sinnen lernen" ist ein Grundsatz, der hier vor allem auch beim Erlernen von Fremdsprachen angewendet wird. Dazu gehören z. B. die Schulpartnerschaften mit entsprechender Korrespondenz und Schüleraustausch.
Über ihre tolle vier wöchentliche Weiterbildung im kanadischen Alberta schwärmte Englischlehrerin Ina Bretschneider. Neben der reinen Beschäftigung mit der Sprache ihrer Gastgeber habe sie durchaus auch ein wenig Land und Leute kennenlernen können, versicherte sie. Nun versuche sie, einen weiteren Austausch von Gastschülern zu initiieren. 
Im modern eingerichteten Chemiekabinett, seit 1983 Wirkungsbereich der erfahrenen Fachlehrerin Helga Müller, führten einige Schülerinnen interessante Experimente vor. Aufmerksam verfolgten Heike Hähne und ihre Tochter Celine das Geschehen. Die Drittklässlerin aus Mittelherwigsdorf hat zwar bis zum Wechsel noch etwas Zeit, aber man kann ja schon immer mal schnuppern. Außerdem besucht ihre "große" Schwester Sandy hier bereits die 9. Klasse. Die strebe eine Berufsausbildung im medizinischen Bereich an, erzählte die Mutter.
Vom Rundgang schon etwas geschafft gönnten sich Heike Pilz und die neunjährige Johanna eine Pause im "Früchteparadies" der Schülercafeteria. Diese basiert auf dem Neigungskurs "Gesunde Pausenversorgung". Familie Pilz wohnt im Westpark, womit Johanna natürlich hier den idealen Schulweg hätte. Derzeit besucht sie die Lessinggrundschule.
Nicht nur derzeitige Burgteich-Schülerinnen und -Schüler, die vor der Suche nach einem Ausbildungsplatz stehen, sondern auch ihre Altersgefährten aus anderen Schulen der Stadt informierten sich über die Angebote des auf dem Flur drei geöffneten Berufemarktes. Mehr als zehn regionale Unternehmen und Institutionen stellten sich hier vor.
Den 14jährigen Nico Scholz aus Olbersdorf zog es sofort zum Stand der Bundeswehr. Hier beantwortete Oberleutnant Alexander Burau, Leiter der Wehrdienstberatung Bautzen, sachkundig und geduldig alle Fragen der jungen Leute über eine Ausbildung bei der Bundeswehr.
Eine ganze Menge hatte er zu bieten, z. B. 20 verschiedene Studiengänge für Abiturienten sowie rund 50 Berufsrichtungen, die im Rahmen des direkten Wehrdienstes, aber auch als Zivilbeschäftigter eingeschlagen werden können. "Nico würde gern Kfz-Mechaniker oder Mechatroniker werden", erzählte sein Vater Uwe Fabinger. Das ist beim Bund offenbar drin, und so entspann sich schnell ein lebhaftes Gespräch.
Es sei nicht so, dass sein Interesse für eine militärische Laufbahn durch die Situation am Lehrstellen- bzw. Arbeitsmarkt in der Oberlausitz bestimmt würde, betonte der junge Mann selbst. Er spiele schon seit Jahren mit dem Gedanken, Soldat zu werden. Für ihn verwirkliche sich damit sicher ein Traum.
Auch solche Betriebe und Einrichtungen wie die Zittauer Filiale der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, die fit-GmbH Hirschfelde, der Firmenausbildungsring Oberland und die Bildungsberatung "Grüne Berufe", um nur einige zu nennen, stellten sich vor. Wertvolle Tipps und Hinweise gab es da für die Mädchen und Jungen aus erster Hand. Solche hielt natürlich auch Christine Wunderlich vom Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in großer Anzahl, auch als Broschüren und Flyer für das gründliche Studium zu Hause, bereit.
Es war sowohl für das gesamte Team der Burgteichschule als auch für die Besucher ein durchaus nutzbringender Vormittag. Natürlich hoffen Veronika Kushmann und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter nun, dass sich das in den Schülerzahlen zu Beginn des Schuljahres 2012/2013 positiv widerspiegeln wird.
Übrigens, die anderen Mittelschulen präsentieren auch demnächst ihre Angebote, so die Parkschule und die Schule an der Weinau bereits am 28. Januar - beide einschließlich Berufepark. Da kann man sich dann natürlich ebenfalls noch umsehen.
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