Obercunnersdorf Abernfest 2013
Es hat schon eine lange Tradition, das Dorf- und Abernfest im heute zur Großgemeinde Kottmar gehörenden Denkmalort Obercunnersdorf. Wer wann eigentlich auf die Idee kam, konnte am Wochenende niemand mehr mit Bestimmtheit sagen. Selbst im Haus des Gastes, wo die Tourismusinformation ihren Sitz hat, wusste man nichts Genaueres zu sagen. Initiatoren seien wohl damals die Landfrauen gewesen, vermutete man. Allerdings habe dann der Fremdenverkehrsverein vor drei Jahren die Sache selbst in die Hand genommen. Mit Erfolg, wie sich am Wochenende erneut zeigte. 

Obercunnersdorf Abernfest 2013
"Ist das aber schön geworden", staunten zwei Frauen, die gerade das Café Brumme an der Obercunnersdorfer Hauptstraße betreten haben. Das hatte nämlich erst am Sonnabend anlässlich des alljährlichen Dorf- und Abernfestes offiziell seine historischen Pforten geöffnet. Klar, dass da bereits in den Vormittagsstunden zahlreiche Neugierige einen Blick ins Innere riskieren wollten. In der Tat, was hier in diesem altehrwürdigen Umgebindehaus entstanden ist, kann sich nicht nur sehen lassen, sondern es lädt förmlich zu einem etwas längeren Aufenthalt ein. Natürlich freute sich keiner mehr über ein solches Urteil, als Thomas Brumme, der Hausherr und Inhaber, selbst. Kreuz und quer durch Deutschland führte den heute gerade mal 33jährigen Konditormeister sein beruflicher Weg.

Obercunnersdorf Abernfest 2013
"Gelernt habe ich in Baden-Württemberg", erzählte er. "Das war sehr gut, weil man da auch andere Spezialitäten kennen lernen konnte als zu Hause." Aber das war nicht die letzte Station. Doch immer sehnte er sich nach dem heimatlichen Neugersdorf zurück. Hier wollte er sich etwas Eigenes schaffen. So begann er - besonders während der vorerst letzten Etappe in Potsdam - bei den Aufenthalten in der Oberlausitz zu suchen. Hier wurde er fündig. Er wisse nicht, wie alt dieses gut erhaltene und schmucke Umgebindehaus ist, sagt er. Mitte der 50er Jahre sei wohl seines Wissens nach eine Fleischerei mit Gaststätte hier gewesen. Danach wurde es offensichtlich nur noch als Wohnhaus genutzt.

Obercunnersdorf Abernfest 2013
"Obercunnersdorf ist schon allein durch seinen Denkmalstatus ein Anziehungspunkt für Touristen", stellte Thomas Brumme fest. "Und da unser Haus nur wenige Meter von der Tourist-Information entfernt liegt, ist der Standtort ideal." Eigentlich trage sein Café ja den Namen "Backhäusel", erklärte er. Aber die große Backstube im hinteren Bereich des Gebäudes sei noch nicht fertig gestellt. Trotzdem könne er natürlich seinen Gästen schon heute eine große Auswahl eigener Kreationen bieten. Eine ganz besondere Spezialität des Hauses gebe es bisher noch nicht, aber er arbeite daran. Es werde wohl was mit dem Obercunnersdorfer Ritter und Eierlikör zu tun haben, aber mehr wolle er nicht verraten.

Obercunnersdorf Abernfest 2013
Natürlich gab es während des Festes auch noch mehr zu sehen. Alles drehte sich mehr oder weniger um die Kartoffel, also die "Abern". Es gab sie in vielen Varianten. Neben der hausgemachten Suppe aus der Feldküche auch als Kartoffelpuffer, frittierte Spiralen mit Knoblauchsalz bestreut, Pommes rot oder weiß und vieles mehr. Selbstverständlich konnte man die tolle Knolle auch in ihrem Urzustand käuflich erwerben. Ein besonderer Service ist seit Jahren die kostenlose Abgabe von kleinen Säckchen verschiedener Sorten durch einen Niedercunnersdorfer Familienbetrieb. Da griffen erneut viele Besucher zu.

Obercunnersdorf Abernfest 2013
Erstaunlich groß war die Vielfalt dessen, was Karin Mann aus dem Lawalder Ortsteil Kleindehsa zu bieten hatte. "Wir sind als Marmeladen-Mann bekannt", schmunzelte sie. Bei uns ist alles handgemacht und unverfälscht. Wenn man bisher neben bekannten Obstsorten auch schon Produkte aus Holunderblüten und -beeren gesehen hatte, so muteten Brotaufstriche aus Kürbis und - passend zum Fest - Kartoffeln doch schon etwas sonderbar an. "Einen eigenen Laden haben wir nicht", erzählte Karin Mann, "dafür sind wir eben auf vielen Wochenmärkten der Region präsent."

Bis zu 16 Sorten habe sie über das Jahr hinweg im Angebot. Dazu gehören auch Spezialitäten aus Löwenzahn. Wer wisse schon heute noch, dass man von dieser Pflanze eigentlich alles verwerten könne. Ein absoluter Renner sei auch der Rumtopf auf dem Vorweihnachtsmarkt 2012 in Olbersdorf gewesen, erinnerte sie sich. Das habe wohl auch mit den damaligen Temperaturen zu tun gehabt. Die Gäste waren jedenfalls sehr zufrieden.   
Das traf wohl auch auf die Familie Hanske aus Löbau zu. "Jetzt haben wir alles gesehen und auch gefunden, was wir suchten", resümierte Helmut Hanske. Also, eine gelungene Sache.

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