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Im Test: E-Zigarette

AusstellungRynoviceRolfHillFotoFAKTuell
„Sein Haus spricht vieler Länder Sprachen, er kennt die Märkte aller Welt,
Hat in Madrid, New York und London und in Kalkutta ausgestellt.
In tausend Kisten rollt die Ware, verlötet schwimmt sie übers Meer,
in Formen, Farben, neuen Mustern, stillt sie der ganzen Welt Begehr.

Die Diva an der großen Oper, das Negerkind mit krausem Haar,
der fromme Inder in den Dschungeln, in jedem Orientbasar:
Sie alle tragen Broschen, Ringe, Agraffen, Nadeln, Perlenschnur,
doch, auch den Ohrring der Kreolin, geblasen hat ihn Maschke Flor.“
Aus „Die alte Glasballade“ von Ulrich Peukert

„Schon vor vielen hunderten Jahren schürften Welsche nach dem Schatz der Iserberge“, berichtet der Autor des Gedichts, dessen letzte Strophe hier an den Anfang gestellt ist. „Erst unsere Ahnen aber fanden ihn und hoben seinen Segen durch Beharrlichkeit und ihrer Hände fleißiges Regen.“

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In neun bildhaften Abschnitten wird in diesem Poem die Glas- bzw. Schmuckherstellung auf dieser Basis anhand der einzelnen damit untrennbar verbundenen Handwerke dargestellt. Sie heißen: „Der Brenner“, Der Zieher“, „Der Drucker“, „Die Schererin“, „Der Schleifer“, „Die Poliererin“, „Die Anzeiger“, „Der Verleger“ und schließlich als letzten Abschnitt „Der Exporteur“.

Nicht ohne Grund deklarierte ihn die 72jährige Christa Petrásková aus Lučany nad Nisou (Wiesenthal) bei der kürzlicher Vernissage der Fotoausstellung „Historische Gablonzer Exporthäuser – Symbol einstigen Wohlstandes“ im „Haus der Tschechisch-Deutschen Verständigung“ im Stadtteil Rynovice (Reinowitz) von Jablonec nad Nisou (Gablonz). Ihre enge Beziehung zu allem was Glas und Bijouterie betrifft, rührt nicht zuletzt daher, dass sie viele Jahre Archivarin des in der Neißestadt ansässigen, auch überregional bekannten Museums für Glas und Bijouterie war, also mit der Materie bestens vertraut ist. Dort findet übrigens parallel zu der Fotoausstellung eine Exposition statt, die sich mit der Arbeit und Persönlichkeiten gerade als Exporteure und der Gablonzer Exportwirtschaft seit ihren Anfängen um die Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigt.

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Die Idee zu dieser Fotoausstellung stamme eigentlich von der Hausherrin Petra Laurinová, schmunzelt der 71jährige Initiator Dr. Dieter Klein. Der im damaligen Gablonz-Kukan (heute Ortsteil Kokonin) geborene und frühzeitig als Kind mit seiner Familie vertriebene namhafte Architekt und Jugendstilexperte hat trotz allem die Beziehungen zu seiner Geburtsstadt nie abgebrochen. Besonders nach der Wende wusste man das auch im Rathaus zu schätzen, so dass ihm auch ehrlich verdiente Auszeichnungen von offizieller Seite zuteil wurden. Sein Anliegen sei es diesmal gewesen, nicht nur die zum Glück teilweise noch erhaltenen prunkvollen Villen in der Stadt darzustellen, sondern er wollte sich ganz bewusst auf die Häuser jener Gablonzer konzentrieren, deren Unternehmergeist und Engagement die Stadt schließlich einen überwiegenden Teil ihres Reichtums zu verdanken hatte, sagte er. 25 solchen, für diese Entwicklung charakteristischen und noch heute aussagekräftigen Bauten hat er gemeinsam mit seinem Partner Robert Hölzel als Motive für die ausdrucksvollen großformatigen Fotos ausgewählt.

Begonnen habe alles bereits Ende des 18. Jahrhunderts, erzählt Dieter Klein. „Aus alten Büchern habe ich erfahren, dass schon um 1790 Exportere ihre Glas- und Bijouteriewaren nach Prag gebracht haben“. Meist sei das alle zwei Wochen per Fußmarsch passiert. Einen entscheidenden Aufschwung habe es dann im 19. Jahrhundert gegeben. Allerdings wuchs damals wohl auch dass Missfallen der Goldschmiede, die mit „echtem Material“ – so Silber, Gold und Edelsteinen – arbeiteten. Was jetzt hier entstehe, habe keinerlei künstlerischen und ästhetischen Wert, zeterten sie. Es werde sich nie durchsetzen. Ein solcher „Schmuck“ sei bestens für billige Dienstmädchen gut. Nun, die weitere Entwicklung bewies das Gegenteil.

Als 1884 eine Gürtlergenossenschaft gegründet wurde, traten ihr mit 256 Meistern insgesamt 561 Beschäftigte bei. Während die Herstellung meist auf Heimarbeit basierte, erfolgte der Großhandel zunächst vom damaligen Liebenau (Hodkovice nad Mohelkou). Das änderte sich sprunghaft mit dem steigenden Bedarf. Die nun gewerbsmäßigen Großexporteure erwirtschafteten natürlich entsprechende Gewinne, womit schon die entscheidende Grundlage dafür gelegt wurde, dass sie sich als sichtbares Statussymbol ihre Wohlstandes solche repräsentativen Häuser leisten konnten, wie sie Dieter Klein in der neuen Exposition vorstellt.

„Einen großen Einschnitt gab es um 1939 mit der Vertreibung oder freiwilligen Flucht der Juden aus Gablonz, Reichenberg usw.“, berichtet er. „Die hatten ein Großteil der Geschäfte auf diesem Gebiet in der Hand. Aber sie taten eben auch viel für die Stadt. Das ging weit über die pünktliche Zahlung der Steuern hinaus“. Obwohl völlig anderen Glaubens beteiligten sie sich wohl sogar an der Finanzierung beim Bau der Herz-Jesu-Kirche.

Wie es nach 1945 weiterging, ist bekannt. Die verbliebenen deutschen Schmuckhersteller wurden enteignet und gemeinsam mit fast allen anderen vertrieben. Über viele Jahre aufgebaute Kontakte führten schließlich zur 1946 Neuansiedlung von 17 Personen in Kaufbeuren. Der Stadtteil Neugablonz entstand, und aus dem damaligen kleinen Häuflein gingen innerhalb eines Jahrzehnts 13 000 hervor. Auch in anderen Orten, z. B. Im Fichtelgebirge, Trappenkamp, Schwäbisch Gmünd und auch im österreichischen Enns entstanden nennenswerte Ansiedlungen der ursprünglichen Gablonzer Industrie.

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Es würde den Rahmen sprengen, detailliert auf die weitere Entwicklung eingehen zu wollen. Klar ist jedenfalls, dass die ursprüngliche Blüte der Schmuckherstellung sowohl in Jablonec nad Nisou (Gablonz) selbst, als auch die spätere im bayrischen Kaufbeuren-Neugablonz zu Ende gegangen ist. Diese Traditionen sind den konkurrenzlos niedrigen Stundenlöhnen in Fernost und dem veränderten Zeitgeschmack zum Opfer gefallen. Was also blieb, sind eben, zum Glück noch zahlreiche in gutem Zustand erhaltene Gebäude aus dieser Zeit, die zwar längst nicht mehr ihrem damaligen Zweck dienen, es aber in jedem Falle wert sind, so wie hier durch Dieter Klein in das Bewusstsein der Menschen zurück geholt zu werden.

INFO

Die Ausstellung befindet sich im „Haus der Tschechisch-Deutschen Verständigung“ (Dům česko-německého porozumění), Československé armády 24, CZ 466 05 Jablonec nad Nisou. Sie ist bis zum 9. November , mittwochs bis sonnabends, 14 bis 17 Uhr geöffnet. Nähere Informationen auch über Telefon 0042/483/305 907


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