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Klecker-Buch  FAKTuell-Foto Rolf Hill
„Ees frisst garne Stieflschmähre, ´s ander griene Seefe“,
heiße es in einem zugegeben etwas deftigen Oberlausitzer Sprichwort, erzählt der Zittauer Mundartexperte und auch längst weit über die Grenzen seiner Heimat bekannte Autor Hans Klecker gleich im Vorwort seines jüngst erschienen Buches. Ein amüsantes Lesevergnügen, nicht nur für Rezepte aus aller Welt sammelnde Hausfrauen, sondern auch für solche Besucher, die das Dreiländereck nicht nur durch die Landschaft, sondern auch seine typischen Gerichte kennen gelernt haben und nun etwas bleibendes für sich mit nach Hause nehmen wollen.

 „Asst oack asst, Abern gan Woampe, Woampe gibbt Oaasahn, und Oaasahn lässt ´ch verkeefn“, sagte die Mutter zu ihren Kindern und stellte ihnen sechsmal in der Woche Kartoffeln auf den Mittagstisch. Das sei aber sogar dem ärmsten Wirkemoan (Handweber) zu viel gewesen, erzählt das Oberlausitzer Urgestein im ersten Kapitel. Der Betroffene habe gespottet: „Abern gehirn an Kaller und ne uff´n Taller.“ Es habe allerdings auch Zeiten gegeben, in denen man die Kartoffeln vermisste und seufzte: „Abern und Fett, wenn ´ch´s oack hätt.“

Viele derartige Geschichten weiß der 67jährige auch diesmal wieder zu erzählen. Natürlich sind die ziemlich am Anfang stehenden Kartoffeln nur eine, der zugegeben wichtigsten Zutaten der Oberlausitzer Küche. Und genau die Ursprünge unserer heutigen Essgewohnheiten aus der Zeit unserer und bereits deren Omas hat er in seinem gerade erschienen Buch „Der Großmutter in den Kochtopf geguckt“ etwas genauer untersucht. Und das nicht nur für die erfreulicherweise wachsende Zahl der Touristen, die jedes Jahr unser Dreiländereck besuchen, sondern auch für uns hier geborene, oder wie in meinem Fall, eingewanderte Oberlausitzer.

Klecker Cover DerGrossmutterInDenKochtopf...Er versuche diesmal, wirklich ausschließlich Speisen vorzustellen, die zum einen in der bodenständigen Literatur erwähnt, oder tatsächlich von seinen weiblichen Familienmitgliedern bis hin zur Uroma gekocht wurden, bestätigt Hans Klecker. Es solle auch eine Anregung für heimische Gastwirte sein, deren Bemühungen um typisch Oberlausitzer Gerichte er natürlich sehr begrüßt.
Auf der Speisekarte gibt es dann aber seiner Meinung nach leider noch zu viele Fehler, wenn es um die richtige Schreibweise geht. Immer wieder erinnert Hans Klecker an die Ursprünge der Rezepte, indem er auch die Einflüsse der böhmischen und schlesischen Nachbarn mit hervorhebt.
So wie sich die Bevölkerung schon damals in den Grenzgebieten mischte, erhielten sich auch bis heute solche kulinarische Traditionen. Neben den über 50 Rezepten erzählt der Autor auch in lockerer Form, warum zur Zeit unserer Großeltern nicht jedes ihrer Familienmitglieder oder der Bediensteten mit dem Speiseangebot zufrieden war. Bekamen die Mägde und Knechte z. B. dreimal die Woche Graupen vorgesetzt, so hatten sie dann wirklich mal im wahrsten Sinne des Wortes „de Graupm dicke.“

Alles in allem ist dieses neue Buch aus dem seine Regionalliteratur bekannten Oberlausitzer Verlag Spitzkunnersdorf ein weiteres gelungenes Werk, dem hoffentlich noch viele folgen werden.

INFO
Titel: „Der Großmutter in den Kochtopf geguckt“

Autor: Hans Klecker
ISBN: 978-3-941908-35-2 

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